Nachtrag: Rest der Saison 2022


Endlich komme ich mal wieder dazu, den Blog weiter zu führen. In letzter Zeit war einfach zu viel los in meinem Leben, so dass es hier etwas gelitten hat. Ich fasse mal in Kürze den Rest der Saison zusammen.

Die Jamboree habe ich mit meinem Freund Wolfgang von Mönkebude über Stettin und Oderberg nach Berlin-Köpenick überführt. Wir sind bis Stettin gefahren, wollten mal zur Abwechselung in der Marina Goclaw den Mast legen. Aber nach dem Festmachen wurde uns gesagt, dass der Kran defekt ist. Also weiter zum Dammschen See, zum Stammklub AZS. Blöd nur, dass die Einfahrt an der Marina Pogon gesperrt war, weil Netze vor der Zufahrt gespannt wurden, damit die toten Oderfische nicht reingespült werden. Wir haben nicht einen toten Fisch gesehen… also mussten wir wieder zurück und von Norden in den Dammschen See rein. Somit konnten wir dann den Mast abends nicht mehr legen und mussten bis zum nächsten Morgen warten. Das klappte dann wie im Schlaf und wir machten uns auf den Weg durch die Stadt auf die Westoder. Abends machten wir entspannt in Oderberg fest und aßen wir immer dort sehr gut. Am nächsten Tag sind wir früh los gefahren und mussten am alten Schiffhebewerk Niederfinow etwas warten. Das neue Hebewerk nebenan ist schon in Betrieb wer weiß, wie lange wir hier noch durch das alte Denkmal fahren dürfen. Da wir durch die Schleuse Lehnitz gut durchkamen entschieden wir, durch die Stadt nach Köpenick zu fahren. Also bogen wir im Tegeler See abends in Richtung Schleuse Plötzensee und Schleuse Charlottenburg ab. Auch hier kamen wir gut durch und ich wunderte mich nur, dass wir in der Schleuse Plötzensee so viel Strömung von vorne hatten, so dass wir die Festmacher gut festhalten mussten. Beim Ausfahren aus der Schleuse bemerkte der immer perfekte Superskipper dann, dass er den Rückwärtsgang im Standgas eingelegt gelassen hatte 🙂 Dann führte uns der Weg bei Spätabendsonne durch die City von Berlin, vorbei am Reichstag, Kanzleramt, Museumsinsel, Mercedes Benz Arena bis es dann an der Oberbaumbrücke langsam wirklich dunkel wurde. Nun war es aber nicht mehr weit, so dass wir entschieden den Rest bei Dunkelheit zu fahren. Zwei Plotter, ein Tablet und eine starke Taschenlampe reichten bis zum Segelverein in Wendenschloß. Gegen 23 Uhr waren wir im SC Brise, kochten Nudeln und machten uns einen letzten schönen Abend an Bord, nur 100m von meiner Wohnung entfernt 🙂

Die Optima wurde dann in Köpenick gekrant und steht nun an Land. Da es im nächsten Jahr wohl keinen passenden Wasserliegeplatz geben wird, stelle ich mich auf eine Überholungsarbeitensaison ein. Mir fällt ja immer was zum Überholen ein.

Als nächstes musste die neu erworbene Dehler 36cws aus Heiligenhafen nach Mönkebude überführt werden. Wir reisten mit meinem Auto an, machten das Boot segelklar und starteten in Richtung Fehmarnsundbrücke. Hier nahm dann der Wind etwas zu und wir segelten in Richtung Gedser in Dänemark. Das war windtechnisch etwas günstiger als der Ẃeg in die Rostocker Bucht. Abend in Gedser hatten wir ein Gewitter abzuwettern und machten es uns unter der Kuchenbude gemütlich. Allerdings begannen die ersten Probleme zu nervenm. Die „überholte“ CWS Winsch ging nicht mehr, die Druckwasseranlage verlor Druck, der Herd zickte rum und die ersten Undichtigkeiten kamen an den Fensteren und Luken zum Vorschein. Hier gibt es noch Gesprächsbedarf… Am nächsten Morgen liefenb wir bei dichtem Nebel in Gedser aus, dank AIS und Plotter immerhin mit einigermaßen Orientierung. Leider lag vor der Hafeneinfahrt Gedser die eine Tonne nicht da, wo sie liegen sollte und wir fuhren uns fest. Nun ja, sind eben nicht 1,35m sondern jetzt 1,85m Tiefgang. Mangels Wind motorten wir in Richtung Verkehrstrennungsgebit „Kadetrinne“, suchten uns mit AIS eine passende Lücke um die Autobahn zu queren und legten den Hebel auf den Tisch. Nach einigen Minuten ging dann der Motor plötzlich aus. Nebel, 30m bis 100m Sichtweite, dicke Pötte um uns rum, kein Wind. Nicht die beste Situation im Leben. Also habe ich dann Bremen Rescue angefunkt die uns an Lyngby Radio weiter gestellt haben. Mit deren Hilfe versuchten wir, nicht überfahren zu werden. Das war eine der beklemmensten Situationen meines Seglerlebens, da absolut machtlos. Wir starrten in den Nebel und versuchten zu horchen und zu sehen, wann uns jemand überfährt. Kein Windhauch, dennoch setzten wir Segel , natürlich ohne die eWinsch, da diese ja nicht funktionierte. Irgendwann bekam ich den Motor wieder an und wir setzten die Fahrt fort, unter Beobachtung von Lygby Radio. Man wollte uns schon den Rettungskreuzer schicken. Wolfgang und ich waren sehr schweigsam und waren eigentlich sprachlos, Wir haben funktioniert, wir haben überlebt, das ist das Wichtigste. Wir setzen dann Kurs anstatt um Kap Arkona herum lieber nach Stralsund, da wir dort entweder das Boot hätten lassen können, ich einen Motorschrauber vor Ort habe und wir dort besser an jemanden kämen, als auf Rügen. Eigentlich war Glowe das Ziel. Abends in Stralsund stellte ich dann fest, dass der Motor Öl frisst. Also sind wir dann noch durch die Stadt zu einer Tankstelle gelaufen und haben Öl gekauft. Somit konnten wir die Überführung dann doch wenigstens fortsetzen. Genervt vom Boot, von den Schäden, die verheimlich wurden, setzten wir den Törn dann am nächsten Tag fort. Da die Brücke Wolgast wegen Bauarbeiten gesperrt war, konnten wir nicht den Weg über die Peene nehmen, sondern fuhren um Usedom herum nach Swinemünde. Hier gingen wir abends wieder schön essen in unserem Stammlokal Papa Pilar. Der letzte Tag führte uns durch die Kaiserfahrt ins Stettiner Haff und weiter nach Mönkebude. Wolfgang ging sogar nochmal baden.

Inzwischen mussten die Batterien ausgetauscht werden und das Ladegerät ersetzt werden. Dennoch gab es noch einige schöne Törns auf dem Stettiner Haff und langsam wächst das Vertrauen ins Boot. Nun steht die Dehler 36cws im Winterlager in Ueckermünde und der Motor musste ausgebaut und zerlegt werden. Ob er noch zu retten ist, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. Die Geschichte ist noch nicht auserzählt. Die Segel liegen in Stettin bei meiner Segelmacherin zur Überholung. Der Winter ist kurz, es gibt viel zu tun.

Um mir etwas Luft zu verschaffen habe ich den 15er Jolli in Berlin verkauft. Für Holzarbeiten bleibt keine Zeit mehr. Auch wenn die Optik großartig ist, es macht zu viel Arbeit.

Das war es jetzt in aller Kürze.

Seemeilen 2022 muss ich noch nachtragen. Beide Logbücher liegen auf den Booten 🙂

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