Fazit: Reparatur Ruderanlage

Seit gestern ist es nun amtlich – die Ruderanlage der Jamboree ist fertig!

Ich hatte einen Bootsbauer mit der Reparatur bzw. dem Austausch der Ruderlager beauftragt, da ein Rankommen an die Ruderlager für mich nicht so einfach möglich war. Ich mache ja sonst fast alles selber, aber hier habe ich mir einen Fachmann gegönnt, der alles zu meiner absoluten Zufriedenheit erledigt hat.

In der Marina Großenbrode hatte ich die drei neuen Ruderlager bestellt – Preis 250 Euro. Oberes, mittleres und unteres Ruderlager waren nach 41 Jahren fertig. Wenn man schon drangeht, dann auch Kompletttausch.

Ich hatte ein Loch gegraben, damit das Ruder nach unten gezogen werden konnte. Der Bootsbauer verschaffte sich Zugang über die Backskiste, demontierte hierzu den Gasflaschenkasten und die seitlichen Verkleidungen, damit er hinter den Motor an die Hydraulik und die Ruderlager kam.

Als das Ruder dann gezogen war, stellte sich heraus, dass der Ruderkoker einen Riss hatte. Hier musste dann geschliffen, laminiert und grundiert werden. Insgesamt stand hier also eine Komplettüberholung der Ruderanlage an. Zum Glück ist die Ruderwelle quasi neuwertig und es gab keine weiteren Komplikationen. Der Hydraulikzylinder und die Hydraulikleitungen wurden gelöst und überprüft, wenn man da unten schon dran ist. Verschraubungen wurden festgezogen, Leitungen waren optisch alle in Ordnung, keine Lecks oder porösen Stellen erkennbar. Die neuen Lager sind selbstgleitend, aber da vorher auch das mittlere Lager unterhalb der Dichtlippe gefettet war (über eine Fettpressleitung im Motorraum), wurde dies wieder gefettet. Das Ruder läuft nun sehr leichtgängig und sollte für den Rest meines Seglerlebens gut gerüstet sein.

Insgesamt waren hier 28 Arbeitsstunden fällig und ca. 120 Euro Material, so dass mich die Aktion knapp 2300 Euro gekostet hat. Dafür ist nun wieder Sicherheit und Ruhe auf dieser Baustelle. Ich bin sehr zufrieden und kann mich anderen Aufgaben am Boot widmen.

Ich kann hier die Firma Welkisch Bootsbau in Berlin uneingeschränkt empfehlen!

So sieht es im Inneren jetzt aus. Mittleres Lager schon gefettet, Leitung noch nicht wieder angeschlossen.

neues oberes Lager im Cockpit

unteres Lager NEU

unteres Lager VORHER – sieht schon anders aus…

Optima 92 – Ausbau Ruderanlage

Wie schon beschrieben, hatte ich dieses Jahr auf der Ostsee bei viel Welle eine Rumpeln unter den Füßen beim Steuern. Dies deutete auf Spiel im Ruderlager hin. Daher steht das diesen Winter auf dem Zettel.

Nach 41 Jahren dürfen die Ruderlager schon mal ausgetauscht werden. Es gibt sie zum Glück immer noch über das Marinateam Großenbrode. 3 Ruderlager kosten um die 130 Euro.

Also haben wir das Boot im Winterlager diesmal so gestellt, dass wir weichen Boden unter dem Ruder haben und konnten dann am letzten Wochenende ein ca. 1m tiefes Loch ausheben. Da ich nicht in die Backskiste komme, habe ich diesmal einen Bootsbauer damit beauftragt, das Problem zu beheben.

Der Zugang erfolgte also durch die Backskiste. Alle Bretter und der Gasflaschenkasten wurden demontiert und damit hatte er freien Zugang zum Heck. Das Ruder wurde gezogen und die Lager liegen frei. Das untere Lager ist ja sogar fettgeschmiert, der Anschluss für die Fettpresse sitzt im Motorraum.

Die Ruderachse sieht gut aus, die Lager sind durch. Zudem wurde ein Riss im Koker festgestellt, der nun gleich mit laminiert wird. Danach sollte dann erstmal wieder für weitere 40 Jahre Ruhe an dieser Stelle sein. zudem kann man einen Blick auf die Steuerhydraulik werfen. Über die Kosten und den Zeitaufwand werde ich dann noch berichten. Hier erstmal ein paar Fotos vom IST-Zustand.

Da liegt das Ruderblatt

Nur Fett, nichts eingelaufen

Da fehlt was…

 

Das untere Lager mit Fett geschmiert

Vor der Überarbeitung

Zugang über die Hundekoje…dann hätte der Tank wieder entfernt werden müssen

Zugang über den Rettungsinselkasten scheiterte auch. Zu fest verklebt.

Also über die Backskiste rein.

Gasflaschenkasten ausgebaut

Ein kleiner Mensch kommt da tatsächlich rein…

Das Loch, bzw. das Wurzelwerk, waren herausfordernd

 

 

Saisonende 2021 – Optima 92

Gestern habe ich nur einen halben Tag gearbeitet um das perfekte Wetter zu nutzen. 17 Grad und Sonnenschein waren ideal um die Saison zu beschließen und das Boot aus dem Wasser zu holen. Sonst bin ja immer eher der „späte Vogel“ und gehe erst Ende November aus dem Wasser, aber da ich die Ruderanlage ausbauen muss um die Lager zu erneuern, muss und möchte ich jetzt Tempo machen. Ggf. Brauche ich auch die Hilfe des Bootsbauers, der auch sehr eng durchterminiert ist.

Also war ich gegen 11.30 Uhr am Boot und habe die letzten Lebensmittel ausgeräumt. Was ich in den letzten zwei Tagen an Lebensmitteln und Getränken ausgeräumt habe, das hätte noch für einen schönen Törn gereicht.

Dann musste ich erstmal meinen Weberhafentrailer zum Kran verfahren, da bei uns im Verein die Trailer auseinandergebaut und gestapelt werden. Meiner stand natürlich in der Mitte und wir mussten die Trailer mit dem Kran auseinander sortieren. Dann bauten Thomas, Klaus und ich meinen Trailer wieder zusammen. Ich hatte im Frühjahr meinen Trailer nicht selbst auseinander genommen und war beim Stapeln nicht dabei, so dass jetzt das Rätselraten um die richtigen Postionen für die Stützen begann. Letztlich haben wir alle Stützen dann neu eingestellt.

Die Jamboree machte dann eine letzte Fahrt zum Kran. Thomas, unser Technikwart, hatte schon die Traverse vorbereitet. Gurte dran, Leinen zum Sichern der Gurte und hoch. Hoppale, das Boot hing beim ersten Versuch perfekt austariert in den Gurten und wir brauchten nichts nachbessern.

Auch das UW-Kärchern stellte sich, wie bei Spaekhugger auch, als fast unnötig dar. Kein Bewuchs, nur etwas Schleim. Ich hatte VC Offshore benutzt, das hat sich wohl bewährt.

Thomas verfuhr das Boot samt Trailer dann auf den „Tennisplatz“, denn hier stehe ich jetzt so, dass ich ein großes Loch graben kann, um das Ruderplatt samt Welle zu ziehen. Nur noch den Trailer etwas aufbocken, damit die Räder etwas entlastet sind, die Plane locker gegen das Laub der herbstlichen Bäume drüber geworfen und schon war der Tag auch schon wieder rum.

Samstag kann ich dann den Rumpf mit Oxal- und Salzsäure vom Gilb befreien, die Plane mit Streben gegen Wassersäcke abstützen, den Motor und die Toilette einwintern, den Wassertank ablassen…und anfangen das Loch für das Ruder zu graben.

Das war keine „Meilenfressersaison“. Bedingt durch einen späten Start aufgrund von Corona Regelungen und einen Urlaub, der bedingt durch Absagen ganz anders lief, als geplant sind nur 681 Seemeilen und 409 KM Fluss- und Kanalkilometer zusammengekommen.

Wir haben das Beste draus gemacht, die Zeit am Meer maximal genossen und werden auch nächstes Jahr unseren Heimathafen in Mönkebude haben. Der Platz ist schon reserviert. Die Jamboree hat nach 41 Jahren einen neuen Motor bekommen, der nun auch schon mit 98 Betriebsstunden wieder gut eingefahren ist.

letzte Fahrt 2021 zum Kran

same procedure as every yaer

steht, wackelt nicht und hat Luft

Herbstimpressionen

Saisonende 2021 – Spaekhugger

Leider war es dann am letzten Wochenende soweit…

wir mieteten uns in einer Ferienwohnung unseres Hafenmeisters in Mönkebude ein. Direkt neben dem leckeren Fischimbiss bezogen wir Freitag Abend unser gemütliches Quartier.

Am Samstag Morgen, 23.10.21, hatten wir um 10 Uhr den Termin zum Mastlegen und Kranen in der Bootswerft Hinze in Mönkebude. Ich konnte hier noch einen Winterlagerplatz ergattern.

Das Wetter spielte glücklicherweise mit und der kleine Außenborder sprang sofort an. Die letzte Fahrt dauerte 2 Minuten rüber zum Kran. Damit war die letzte Fahrt 2021 auch schon zu Ende. Das Mastlegen ging dank des durchgesteckten Mastes sehr einfach. Alle Wanten los und dann einfach mit dem Kran rausgezogen. Dann hing auch schon das Boot in den Gurten und ich konnte zum ersten Mal einen Blick auf das Unterwasserschiff werfen. Ich war ja so mutig und hatte das Boot blind auf Vertrauensbasis gekauft – und wurde nicht enttäuscht! Das UW Schiff sah tadellos aus und hatte nicht mal Bewuchs. Nach einem kurzen Kärchern wurde das Boot auf den Winterplatz gefahren. Im Anschluss räumte ich das Boot aus und auf, putzte etwas und warf die Plane drüber.

Das wars dann für Spaecki 2021. Ein tolles Boot, bin absolut begeistert. Klar, er ist und bleibt Zweitboot und mein „Zweitbootkonzept“ bedeutet ja, dass das Zweitboot immer mal wieder ausgetauscht wird, damit ich viele neue Spielzeuge ausprobieren kann, aber dieses ist wirklich ein ganz feines Segelgerät.

66 wundervolle Seemeilen mit Spaeki in 2021 insgesamt

 

Mein Lieblingshafenmeister Stefan passt gut auf…

 

 

unsere wunderschöne kleine heile Welt

 

 

Kabelbinderwindexbefestigung

einfach was Besonderes

 

 

Winterlagerstimmung…

keine Windangriffsfläche

 

 

Herr von Brummi-Knorz, oder doch Moppi?

…soll er heißen, der kleine Spaeki.

Nachdem ich ihn so alleine in Mönkebude zurückgelassen habe und die Optima 92 nach Berlin überführt habe, liegt er nun ganz alleine und verlassen im Hafenbecken.

Dienstag Abend haben wir die Optima in Berlin im Klub am Rupenhorn vertäut, Mittwoch früh saß ich in der Bahn nach Ueckermünde. Mein Auto steht ja noch da oben und muss zurückgeholt werden. Also für 33 Euro in die Bahn in Richtung Stralsund gehopst, in Pasewalk nach Ueckermünde umgestiegen und dort, mangels Busverbindung ein Taxi nach Mönkebude (22 Euro) genommen.

Und schon stehe ich wieder im Hafen an meinem Boot.

Sieht er mehr aus wie „Herr von Brummi-Knorz“?…

oder wie „Moppi“?

Da ich nicht leer zurück fahren möchte, nutze ich die Möglichkeit und räume alle 7 Segel aus, packe alle Polster ins Auto und bereite das Mastlegen für Samstag vor.

Dann sitze ich noch ein wenig im Cockpit und sinniere über mein weiteres Leben. Will ich wirklich dauerhaft in Berlin bleiben? Stimmt meine Work-Life-Balance überhaupt noch? Ich bin zwar jede freie Minute auf meinen Booten, aber ich arbeite definitiv zu viel und zu anstrengend. Muss mir im Winter mal Gedanken machen.

Herbstlaubfeeling im Cockpit

So leer und ausgeräumt

Rücktour 2021 – Jamboree auf dem Weg ins Winterlager nach Berlin

Nun war es soweit, die Boote müssen mal wieder ins Winterlager. Im Vorfeld gab es einige Überlegungen, was, wie, wann? Bei der Jamboree müssen die drei Ruderlager erneuert werden. Da ich nicht weiß, ob ich das alleine machen kann, muss da ein Bootsbauer bereit stehen. Die Überlegung war, das Boot in Stettin zu überwintern und dort reparieren zu lassen. Letztlich habe ich in Berlin einen Bootsbauer gefunden, der das machen wird, daher sollte die Optima 92 nun doch nach Berlin. Eigentlich war der Plan, beide Boote gleichzeitig nach Berlin zu holen, habe mich aber kurzfristig dafür entschieden, den Spaekhugger in Mönkebude in die Winterlagerwerft zu geben. Meine Freunde Carl und Klaus haben sich bereit erklärt, diesen letzten Törn mit mir zu machen. Tolle Besetzung, die nicht besser hätte sein können. Wir haben festgestellt, dass wir zuletzt 2011 in dieser Kombination die Regatta Rund Bornholm gesegelt sind. Wie die Zeit vergeht…Wir reisten am Samstag, den 16.10.21 früh an, verproviantierten uns in Ueckermünde, machten die Jamboree segelklar und ich führte nochmal Spaeki vor. Der Wind kam perfekt aus W um 2-3 Bft. Wir legten um 11.40 Uhr ab in Mönkebude, setzten noch im Hafen die Segel und ab ging die Reise gen Polen, Ziel offen. Die Tage werden ja immer kürzer, schauen wir, wie weit wir kommen. Traumhaftes Raumschotsegeln, wir kreuzten zwischen den Fischernetzen hindurch, gefühlt deutlich mehr als im Sommer. Die Jamboree rauschte mit teilweise über 7 Knoten Fahrt durchs Haff, es war ein Heidenspaß. Unfassbar herrliches Segeln führte uns an Ueckermünde und Alt Warp vorbei auf die polnische Seite des Haffs und dann auf Höhe Trzebiez (ehemals Ziegenort) entschieden wir dann, doch direkt dort einzulaufen. Bis zum Dammschen See wären es nochmal 18 Seemeilen, dann würden wir in die Dunkelheit einlaufen, was wir nicht wollten. Also bargen wir letztmalig die Segel für diese Saison und machten um 16.30 Uhr in Trzebiez fest. In der Dämmerung schlugen wir dann noch die Segel ab, bevor der Nachttau die Segel wieder befeuchten konnte. Ein kleiner Rundgang durch den Hafen, der wirklich angenehm ist, dann suchten wir eine Restauration und fanden ein uriges Restaurant am Hafen, das offenbar eine längere Historie hatte. Das deftige polnische Essen war großartig. Danach suchten wir noch den Hafenmeister auf und vereinbarten, dass wir sogar am nächsten Tag um 12 Uhr dort direkt den Mast legen konnten. Damit hatten wir hier gar nicht gerechnet.

25 Seemeilen im Kielwasser.

Am 17.10.21 bereiteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück alles zum Mastlegen vor und waren um 12 Uhr startklar. Leider verzögerte sich am Kran ein Termin, so dass wir eine Stunde länger warten mussten. Allerdings ging es dann, dank der hervorragenden Vorarbeit, schnell. 21 Euro fürs sehr behutsame und achtsame Mastlegen fand ich sehr fair. Innerhalb von 15 Minuten lag der Spargel verzurrt an Deck und wir legten letztlich um 14.40 Uhr ab, Ziel Dammscher See, AZS Stettin. Dort lasse ich meine Segel bei AST Sails zum Wintercheck. Wir motorten die Oder runter und bogen in den Dammschen See ein. Kurz vor dem Ziel erwischte uns dann doch noch eine Nebel- und Regenfront. Um 17.40 Uhr machten wir im AZS fest. Abends kochten wir an Bord und hatten einen wirklich schönen Abend. Komisch, mal zur Abwechslung nicht hier den Mast zu legen.

18,5 Seemeilen im Kielwasser

Der 18.10.21 begann regnerisch. Klaus wollte bei AST Sails seine Sprayhood erneuern lassen und ich meine Segel zum Wintercheck geben. Da wir erst gegen 9 Uhr dort jemanden antrafen, und ich meine Segel los wurde, konnten wir um 9.20 Uhr ablegen. Ziel: Oderberg. Die im letzten Winter eingebaute Standheizung lief seit Beginn des Törns ganztägig (und auch nachts durch) und sorgte für sehr angenehme Temperaturen unter Deck. Der Tag wurde regenfrei und immer wieder kam mal die Sonne durch, Völlig problemlos verlief der Tag und auch and er Schleuse Hohensaaten West hatten wir keine Wartezeit. Kurz vor Sonnenuntergang liefen wir um 17.30 Uhr in der Dämmerung in Oderberg ein und konnten auch dort hervorragend essen und trinken.

85km im Kielwasser

Um 6.00 Uhr am 19.10.21 klingelte am nächsten Morgen der Wecker, sehr dunkel und kalt da draußen. Eine Dusche erweckte uns zum Leben und noch bei Dunkelheit legten wir um 6.55 Uhr ab und tasteten uns ins Fahrwasser. Es ist kaum Verkehr, so dass wir das riskieren können und um 7.30 Uhr bei Sonnenaufgang ohne Wartezeit in das Schiffshebewerk Niederfinow einfahren können. Es wird vielleicht eines der letzten Male im alten Hebewerk sein, denn das Neue nebenan ist bereits im Probebetrieb. Das Frühstück unterwegs mit Aufbackbrötchen und Ei ist dann fast ein Brunch, weil erst am späten Vormittag. Wieder haben wir echtes Glück mit dem Wetter. 13.10 Uhr Schleuse Lehnitz, auch ohne Wartezeit! Unfassbar, was wir bis hier an Wartezeit gespart haben. Sonst hängen wir auch mal Stunden vor einer Schleuse. Drei Stunden später an der Schleuse Spandau müssen wir dann tatsächlich mal 15 Minuten warten, weil auf ein Berufsschiff gewartet wird. Die einzige Wartezeit an einer Schleuse auf der gesamten Tour!!! In der Schleuse haben wir dann noch Spaß mit einem Motorbootfahrer, meine Schimpfkanonade erspare ich Euch 🙂

Um 17.00 Uhr machen wir nach 90km im Kielwasser im Klub am Rupenhorn in meinem Liegeplatz fest. Am 22.05. waren wir hier gestartet – fast fünf Monate später machen wir hier wieder fest.

Mönkebude fast leer

Meine Beiden 🙂

Tschüß, Spaeki – Herr von Brummi-Knorz

Crew mit bester Laune

Wie ist das schön!

Trzebiez

Empfehlung!

Mast legen in Trzebiez

Weiter in Richtung Stettin

Jachtklub AZS

Männerwirtschaft

Oderberg – Aufbruch noch im Dunklen kurz vor 7 Uhr

Niederfinow in der Morgendämmerung

Beste Crew! Danke Jungs, es war eine Freude mit Euch

Geil, einfach nur geil – Spaeki übernommen

Am 07.10.21 war es soweit, der alte Eigner startete mit dem Spaekhugger in Kopenhagen und segelte nach Klintholm. Am 08.10.21 wurde mir das Boot dann nach Stralsund überführt. Stattlicher 2-Tagestörn!

Ich sprang mittags nach der Arbeit in mein Auto und düste von Berlin nach Stralsund. Dort hatte ich mich für eine Nacht eingemietet, da ich abends dann Andreas und Lars aus Kopenhagen in Empfang nehmen wollte, die meinen neuen Spaeki zu mir brachten. In der Abenddämmerung war es dann soweit, im letzten Büchsenlicht kamen sie in der Citymarina Stralsund an und ich stand am Molenkopf und begrüßte sie. Es wurde dann sehr schnell dunkel und die beiden waren nach 12 Stunden segeln sichtlich müde, so dass es ein kurzes herzliches Kennenlernen gab. Die Kommunikation lief auf Englisch, wie auch in den Verhandlungen vorab. Nach einer kurzen Besichtigung lud ich beide in die Pizzeria an der Marina ein und wir hatten einen netten Abend.

Morgens gab es dann eine Einweisung in das übersichtliche Boot, ich räumte meine Sachen ein – und sie ihren Krams aus. Dann brachte ich Lars und Andreas nach Rostock und kaufte zwei Tickets für die Fähre nach Gedser für je 13 Euro. Dort stiegen sie dann in den Zug zurück nach Kopenhagen. Ich machte mich auf den Rückweg nach Stralsund, parkte mein Auto und gewöhnte mich ans neue Boot.

Ich wollte direkt raus aufs Wasser und segelte mich ab 14 Uhr eine Stunde lang bei leichtem Wind ein. Um 15.20 Uhr nahm ich dann die Brückenöffnung der Ziegelgrabenbrücke und kreuzte den kompletten Strelasund gegen den Wind auf. Was für ein geniales Simpelsegeln mit so einem kleinen Boot. Ich bin absolut begeistert. Alles im Sitzen direkt erreichbar. Kurz vorm Dunkelwerden lief ich in Stahlbrode ein (bei der Ansteuerung pennte ich und hatte eine sanfte Grundberührung) und lag am Holzsteg beim ansässigen Verein.

In der Nacht zapfte ich mir Strom und konnte dank kleinem Heizlüfter gut schlafen. Allerdings stand, trotz fast Windstille, im Hafenbecken Schwell und lief Spaeki schaukeln.

12 Seemeilen im Kielwasser

Morgens, am 09.10.21, dann kurz geduscht und um 9.20 Uhr abgelegt. Direkt vor dem Hafen die Laken hochgerissen und ab ging die Luzi. Wunderbares Leichtwindsegeln bei zunehmendem Wind. Der Bodden machte bei Sonne und später ca. 2-3Bft. so richtig Laune. Ich rauschte vorbei an Greifswald und Lubmin. Immer das Navigationstablet an der Hand, welches ich mir extra besorgt hatte. Um 12.50 Uhr hab ich dann vor der Knaakrückenrinne die Segel geborgen, ab hier musste ich gegen den Wind motoren. Der kleine 4 PS Mercury läuft sehr zuverlässig. In der Ansteuerung zum Ruden traf ich meinen Vereinspräsidenten von KaR auf seiner Yacht. Ich winkte, rief und seine Crew wunder sich, dass ein „Schwede“ ihn kannte. Da der Voreigner als Andenken die Dänische Flagge mitnehmen wollte und noch die schwedische Flagge vom Voreigner an Bord war, segelte ich mangels deutscher Flagge unter schwedischer Flagge 🙂

Ich motorte die schöne Peene hoch bis Wolgast und machte dort am Brückenwartepoller um 15.20 Uhr fest. Warten bei Sonne satt auf die Brückenöffnung um 17.45 Uhr. Ich tankte Benzin nach und beim Öffnen der Brücke streikte dann der Motor. Erst hatte ich die Entlüftung am externen Tank nicht offen und danach war heimlich der Spritschlauch abgegangen. So konnte ich die Brückenöffnung etwas hektisch doch noch wahrnahmen und legte gegen 18 Uhr im Wolgast Stadthafen an. Zufällig hatte Kumpel Uwe aus Ueckermünde (wir segelten vor 2 Jahren bis Skagen mit zwei Booten) meine Statusberichte auf WhatsApp verfolgt und wusste, dass ich komme. So stand er am Steg und nahm meine Festmacher an. Lustige Überraschung, denn ich ahnte nichts. So wurde ich dann noch auf ein Bierchen auf seine schöne und gut geheizte Hanse 312 eingeladen. War ein netter Abend. Danach verschwand ich dann auf meinen Spaeki und hatte den Heizlüfter an. Als ich dann Nachts weitere Münzen in die Stromsäule einwarf, fraß diese zwar die Münzen, gab aber keinen Strom mehr ab. So wurde es bei um die Null Grad eine kühle Nacht im Schlafsack.

27 Seemeilen im Kielwasser

10.10.21 – Ich musste die Brückenöffnung in Zecherin um 12.45 Uhr bekommen, also startete ich bei 4 Grad und aufgehender Morgensonne um 7.45 Uhr in Wolgast. Ein Tag unter Motor stand mir bevor. Ich trug zwei Jogginhosen unter meiner Segelhose und einen dicken Fließpulli unter der Segeljacke und zum ersten Mal auch eine Mütze…es wird Herbst. Dennoch traumhaftes Wetter!

Um 11.20 Uhr fiel der Anker vor der Brücke Zecherin, Fahrt völlig problemlos. Ich klarte das Boot auf, legte die Segel sauber zusammen, putzte etwas am Boot herum und aß eine Kleinigkeit. Als die Brücke sich öffnete, passierte ich als letztes Boot diese und die letzten Meilen bis Mönkebude lagen vor mir. Das Haff war wieder frisch und windig, aber ich kam gut gegen 14.30 Uhr in Mönkebude an. Der Liegeplatz neben meiner Optima war frei, so dass jetzt beide Boote nebeneinander liegen 🙂

Alex kam mit dem Auto extra aus Berlin um mich dann nach Stralsund zu meinem Auto zu fahren. Wir räumten die Boote auf, fuhren nach Stralsund, aßen noch eine Pizza am Hafen und dann ab nach Berlin.

27 Seemeilen im Kielwasser

Fazit:

  • 66 Seemeilen Oktobertörn bei schönstem Wetter
  • 806 km Auto gefahren
  • großartiges kleines Segelboot gekauft
  • alles richtig gemacht

mein Erstkontakt mit dem Spaeki

Andreas der Eigner und Lars, sein Schwiegervater aus Kopenhagen

So viele Segel dabei, die beiden Angeschlagenen mal hochziehen und anschauen

Probesegeln vor Stralsund

et löpt

Stahlbrode

oft der Kleenste mit dem höchsten Mast 🙂

raus auf den Greifswalder Bodden

Mein Klubpräsident ist auch auf See

Warten vor Wolgast

Wolgast Stadthafen

kalt, kalt, kalt

aber wunderschön

Vor Anker vor Zecherin

ein üppiges Mahl, nicht mal Teller hab ich an Bord 🙂

Karnin, fast zu Hause

Die beiden Hübschen einträchtig in Mönkebude

Namensidee bisher:

  • Herr von Brummi-Knorz

Danke, Schatz 🙂

…und immer wieder mal Meer

Und zwischendurch auch mal wieder Segelimpressionen

Vor lauter Arbeit komme ich zur Zeit kaum ans Meer, aber wenn, dann lassen wir es krachen 🙂 Noch bleibt die Kiste an der See, aber so langsam herbstelt es…

In Bestbesetzung und dick eingepackt 🙂

Und mein Schatz hat glücklicherweise auch viel Spaß am Segeln

Spækhugger købt

Nachdem ich festgestellt habe, dass Motorsegler doch nicht so ganz meins sind, musste die LM27 wieder gehen. Wir hatten ein paar tolle Touren mit Minchen, alle unter Motor, aber irgendwie sprang der Funke nicht über.

Also wurde Minchen günstig inseriert und hat schnell einen neuen Eigner gefunden. Sie wird jetzt in Brandenburg unterwegs sein.

Also bin ich mal tief in mich gegangen. Hatte schon so viele Boote, was gabs noch nicht?

  • Was wollte ich immer schon mal haben?
  • Was Spezielles soll es sein
  • In Deutschland nur wirklichen Insidern bekannt und von denen begehrt
  • handig soll es sein
  • nicht zu groß soll es sein
  • einhand leicht segelbar soll es sein
  • einfache Übernachtungsmöglichkeit soll es haben
  • gute Segeleigenschaften sollen vorhanden sein, besonders auch bei Leichtwind
  • gute Segeleigenschaften sollen vorhanden sein, aber auch bei viel Wind

Tadaaaaa: Alles schreit nach dem Spækhugger aus der Feder von Peter Bruun!


Wikipedia sagt:

„Der von Peer Bruun gezeichnete Spaekhugger ist ein Spitzgatter mit Kanuheck und Löffelbug . Es gibt eine Touren-Version mit rundem Aufbau (den Spaekhugger „F“) und eine Regattaausführung mit einem schmaleren Aufbau, auf deren Deck mehr Platz ist. Die ersten Rümpfe entstanden 1969, Ende der siebziger Jahre endete die Produktion in Dänemark.


Und so fand ich „Kulli“, die Baunummer 40 aus „meinem“ Baujahr 1973 in der Racing Variante. Kulli liegt noch in Kopenhagen und wird nächste Woche in Deutschland erwartet. Die Kommunikation lief zunächst mit dem netten Eigner Andreas über eine Dänisch-Übersetzer-App und folgte dann über WhatsApp und Email auf Englisch. Es wurde nett und fair verhandelt und ein Kaufvertrag in englischer Sprache verfasst. Das Boot wird vom Eigner nach Stralsund gesegelt, wo ich es dann übernehmen werde. Dann werde ich das Boot erst in meine Wahlheimat Mönkebude überführen und danach nach Berlin holen.

Oder beide Boote gleichzeitig nach Berlin ins Winterlager holen? Die Planungen laufen auf Hochtouren. Was bin ich gespannt 🙂

Das Boot segelte sogar ein paar Mal die Dänische Meisterschaft mit. Dies ist ein Bild aus Anfang der 2000er.

Ick freu mir 🙂

Sommerurlaub 2021 – anders als geplant

Tja, da plant man ein ganzes Jahr lang auf die magischen Sommerurlaubswochen hin und dann kommt es doch anders.

4 Wochen , 4 Mann, 2 Boote – so sollte das mal in Richtung Südschweden gehen. Dann fällt ein Freund aus, weil seine Eltern pflegebedürftig und krank sind, ein anderer verkürzt auf drei Wochen, sagt dann ganz ab, dann wieder zu, dann doch wieder ab und der Dritte hat den 80. Geburtstag seiner Mutter „vergessen“ und musste auch verkürzen (bzw. später zusteigen) … tja … nach einem Jahr voller Investitionen, Modernisierungen und Freude wurde nun ein anderes Programm draus. Spontanität und Flexibilität war gefragt.

Letztlich sprang mein Segelkumpel Klaus für eine Woche ein und das war ein absoluter Glücksfall. Wir hatten eine tolle Woche rund Bornholm.

Mönkebude – Swinemünde – Nexö – Christiansö – Gudhjem – Tejn – Hammerhus (inkl. Wanderungs nach Sandvig)

Das Wetter war in diesem Zeitraum schwierig und wechselhaft, so dass wir ein gutes Wetterfenster abpassten um nach Rügen rüber zu kommen.

Sassnitz – Gustow – Stralsund

Hier fand der Crewwechsel Klaus/Norbert statt und wir wehten ordentlich tagelang ein. Daher wurde das verbleibende Zeitfenster recht knapp für große Sprünge und wir verholten uns in die Boddengewässer, die ich noch nicht kannte. Das war eine tolle Entscheidung. Wenig los, sehr ruhig und sehenswert.

Barth – Prerow – Althagen/Ahrenshoop – Ribnitz-Damgarten – Zingst -Stralsund

Hier stieg dann Norbert wieder aus und fuhr früher nach Hause, als geplant (private Termine) und ich brachte die Jamboree dann bei weniger gutem Wetter einhand nach Hause.

Peenemünde Nord – Mönkebude

Insgesamt liegen etwas über 405 Seemeilen im Kielwasser des Sommertörns. Wir waren oft gerefft unterwegs und hatten auch einige Motorstunden. Der neue Motor ist großartig und jeden Cent wert.

Dieses Jahr also nur ein kurzer Abriss des Urlaubs.

Die Planung für künftige Törns gehe ich definitiv anders an. Ich werde das Boot noch mehr auf Einhandtauglichkeit umbauen, wie z.B. eine neue Selbststeueranlage installieren und einen Bugsprit mit Anker (und vielleicht sogar eWinde) planen und anbauen.

Danke an Norbert und Klaus, für die tollen Tage und das, was wir draus gemacht haben!

Danke auch an die alte Dame Jamboree, die trotz der 41 Jahre sehr tapfer bei jedem Wetter war und sich wieder absolut bewährt hat. Ein Top Boot!

Swinemünde

Erbseninseln

Gudhjem

Ansteuerung Hammerhus

Nebel zwischen Bornholm und Rügen

Stralsund

Bodden

Ein Sommer, bei dem die Kuchenbude unersetzlich war

Peenemünde Nord

Das Haff empfängt mich bivalent

Mönkebude grummelt, dass mein Urlaub zu Ende ist