Geil, einfach nur geil – Spaeki übernommen

Am 07.10.21 war es soweit, der alte Eigner startete mit dem Spaekhugger in Kopenhagen und segelte nach Klintholm. Am 08.10.21 wurde mir das Boot dann nach Stralsund überführt. Stattlicher 2-Tagestörn!

Ich sprang mittags nach der Arbeit in mein Auto und düste von Berlin nach Stralsund. Dort hatte ich mich für eine Nacht eingemietet, da ich abends dann Andreas und Lars aus Kopenhagen in Empfang nehmen wollte, die meinen neuen Spaeki zu mir brachten. In der Abenddämmerung war es dann soweit, im letzten Büchsenlicht kamen sie in der Citymarina Stralsund an und ich stand am Molenkopf und begrüßte sie. Es wurde dann sehr schnell dunkel und die beiden waren nach 12 Stunden segeln sichtlich müde, so dass es ein kurzes herzliches Kennenlernen gab. Die Kommunikation lief auf Englisch, wie auch in den Verhandlungen vorab. Nach einer kurzen Besichtigung lud ich beide in die Pizzeria an der Marina ein und wir hatten einen netten Abend.

Morgens gab es dann eine Einweisung in das übersichtliche Boot, ich räumte meine Sachen ein – und sie ihren Krams aus. Dann brachte ich Lars und Andreas nach Rostock und kaufte zwei Tickets für die Fähre nach Gedser für je 13 Euro. Dort stiegen sie dann in den Zug zurück nach Kopenhagen. Ich machte mich auf den Rückweg nach Stralsund, parkte mein Auto und gewöhnte mich ans neue Boot.

Ich wollte direkt raus aufs Wasser und segelte mich ab 14 Uhr eine Stunde lang bei leichtem Wind ein. Um 15.20 Uhr nahm ich dann die Brückenöffnung der Ziegelgrabenbrücke und kreuzte den kompletten Strelasund gegen den Wind auf. Was für ein geniales Simpelsegeln mit so einem kleinen Boot. Ich bin absolut begeistert. Alles im Sitzen direkt erreichbar. Kurz vorm Dunkelwerden lief ich in Stahlbrode ein (bei der Ansteuerung pennte ich und hatte eine sanfte Grundberührung) und lag am Holzsteg beim ansässigen Verein.

In der Nacht zapfte ich mir Strom und konnte dank kleinem Heizlüfter gut schlafen. Allerdings stand, trotz fast Windstille, im Hafenbecken Schwell und lief Spaeki schaukeln.

12 Seemeilen im Kielwasser

Morgens, am 09.10.21, dann kurz geduscht und um 9.20 Uhr abgelegt. Direkt vor dem Hafen die Laken hochgerissen und ab ging die Luzi. Wunderbares Leichtwindsegeln bei zunehmendem Wind. Der Bodden machte bei Sonne und später ca. 2-3Bft. so richtig Laune. Ich rauschte vorbei an Greifswald und Lubmin. Immer das Navigationstablet an der Hand, welches ich mir extra besorgt hatte. Um 12.50 Uhr hab ich dann vor der Knaakrückenrinne die Segel geborgen, ab hier musste ich gegen den Wind motoren. Der kleine 4 PS Mercury läuft sehr zuverlässig. In der Ansteuerung zum Ruden traf ich meinen Vereinspräsidenten von KaR auf seiner Yacht. Ich winkte, rief und seine Crew wunder sich, dass ein „Schwede“ ihn kannte. Da der Voreigner als Andenken die Dänische Flagge mitnehmen wollte und noch die schwedische Flagge vom Voreigner an Bord war, segelte ich mangels deutscher Flagge unter schwedischer Flagge 🙂

Ich motorte die schöne Peene hoch bis Wolgast und machte dort am Brückenwartepoller um 15.20 Uhr fest. Warten bei Sonne satt auf die Brückenöffnung um 17.45 Uhr. Ich tankte Benzin nach und beim Öffnen der Brücke streikte dann der Motor. Erst hatte ich die Entlüftung am externen Tank nicht offen und danach war heimlich der Spritschlauch abgegangen. So konnte ich die Brückenöffnung etwas hektisch doch noch wahrnahmen und legte gegen 18 Uhr im Wolgast Stadthafen an. Zufällig hatte Kumpel Uwe aus Ueckermünde (wir segelten vor 2 Jahren bis Skagen mit zwei Booten) meine Statusberichte auf WhatsApp verfolgt und wusste, dass ich komme. So stand er am Steg und nahm meine Festmacher an. Lustige Überraschung, denn ich ahnte nichts. So wurde ich dann noch auf ein Bierchen auf seine schöne und gut geheizte Hanse 312 eingeladen. War ein netter Abend. Danach verschwand ich dann auf meinen Spaeki und hatte den Heizlüfter an. Als ich dann Nachts weitere Münzen in die Stromsäule einwarf, fraß diese zwar die Münzen, gab aber keinen Strom mehr ab. So wurde es bei um die Null Grad eine kühle Nacht im Schlafsack.

27 Seemeilen im Kielwasser

10.10.21 – Ich musste die Brückenöffnung in Zecherin um 12.45 Uhr bekommen, also startete ich bei 4 Grad und aufgehender Morgensonne um 7.45 Uhr in Wolgast. Ein Tag unter Motor stand mir bevor. Ich trug zwei Jogginhosen unter meiner Segelhose und einen dicken Fließpulli unter der Segeljacke und zum ersten Mal auch eine Mütze…es wird Herbst. Dennoch traumhaftes Wetter!

Um 11.20 Uhr fiel der Anker vor der Brücke Zecherin, Fahrt völlig problemlos. Ich klarte das Boot auf, legte die Segel sauber zusammen, putzte etwas am Boot herum und aß eine Kleinigkeit. Als die Brücke sich öffnete, passierte ich als letztes Boot diese und die letzten Meilen bis Mönkebude lagen vor mir. Das Haff war wieder frisch und windig, aber ich kam gut gegen 14.30 Uhr in Mönkebude an. Der Liegeplatz neben meiner Optima war frei, so dass jetzt beide Boote nebeneinander liegen 🙂

Alex kam mit dem Auto extra aus Berlin um mich dann nach Stralsund zu meinem Auto zu fahren. Wir räumten die Boote auf, fuhren nach Stralsund, aßen noch eine Pizza am Hafen und dann ab nach Berlin.

27 Seemeilen im Kielwasser

Fazit:

  • 66 Seemeilen Oktobertörn bei schönstem Wetter
  • 806 km Auto gefahren
  • großartiges kleines Segelboot gekauft
  • alles richtig gemacht

mein Erstkontakt mit dem Spaeki

Andreas der Eigner und Lars, sein Schwiegervater aus Kopenhagen

So viele Segel dabei, die beiden Angeschlagenen mal hochziehen und anschauen

Probesegeln vor Stralsund

et löpt

Stahlbrode

oft der Kleenste mit dem höchsten Mast 🙂

raus auf den Greifswalder Bodden

Mein Klubpräsident ist auch auf See

Warten vor Wolgast

Wolgast Stadthafen

kalt, kalt, kalt

aber wunderschön

Vor Anker vor Zecherin

ein üppiges Mahl, nicht mal Teller hab ich an Bord 🙂

Karnin, fast zu Hause

Die beiden Hübschen einträchtig in Mönkebude

Namensidee bisher:

  • Herr von Brummi-Knorz

Danke, Schatz 🙂

…und immer wieder mal Meer

Und zwischendurch auch mal wieder Segelimpressionen

Vor lauter Arbeit komme ich zur Zeit kaum ans Meer, aber wenn, dann lassen wir es krachen 🙂 Noch bleibt die Kiste an der See, aber so langsam herbstelt es…

In Bestbesetzung und dick eingepackt 🙂

Und mein Schatz hat glücklicherweise auch viel Spaß am Segeln

Spækhugger købt

Nachdem ich festgestellt habe, dass Motorsegler doch nicht so ganz meins sind, musste die LM27 wieder gehen. Wir hatten ein paar tolle Touren mit Minchen, alle unter Motor, aber irgendwie sprang der Funke nicht über.

Also wurde Minchen günstig inseriert und hat schnell einen neuen Eigner gefunden. Sie wird jetzt in Brandenburg unterwegs sein.

Also bin ich mal tief in mich gegangen. Hatte schon so viele Boote, was gabs noch nicht?

  • Was wollte ich immer schon mal haben?
  • Was Spezielles soll es sein
  • In Deutschland nur wirklichen Insidern bekannt und von denen begehrt
  • handig soll es sein
  • nicht zu groß soll es sein
  • einhand leicht segelbar soll es sein
  • einfache Übernachtungsmöglichkeit soll es haben
  • gute Segeleigenschaften sollen vorhanden sein, besonders auch bei Leichtwind
  • gute Segeleigenschaften sollen vorhanden sein, aber auch bei viel Wind

Tadaaaaa: Alles schreit nach dem Spækhugger aus der Feder von Peter Bruun!


Wikipedia sagt:

„Der von Peer Bruun gezeichnete Spaekhugger ist ein Spitzgatter mit Kanuheck und Löffelbug . Es gibt eine Touren-Version mit rundem Aufbau (den Spaekhugger „F“) und eine Regattaausführung mit einem schmaleren Aufbau, auf deren Deck mehr Platz ist. Die ersten Rümpfe entstanden 1969, Ende der siebziger Jahre endete die Produktion in Dänemark.


Und so fand ich „Kulli“, die Baunummer 40 aus „meinem“ Baujahr 1973 in der Racing Variante. Kulli liegt noch in Kopenhagen und wird nächste Woche in Deutschland erwartet. Die Kommunikation lief zunächst mit dem netten Eigner Andreas über eine Dänisch-Übersetzer-App und folgte dann über WhatsApp und Email auf Englisch. Es wurde nett und fair verhandelt und ein Kaufvertrag in englischer Sprache verfasst. Das Boot wird vom Eigner nach Stralsund gesegelt, wo ich es dann übernehmen werde. Dann werde ich das Boot erst in meine Wahlheimat Mönkebude überführen und danach nach Berlin holen.

Oder beide Boote gleichzeitig nach Berlin ins Winterlager holen? Die Planungen laufen auf Hochtouren. Was bin ich gespannt 🙂

Das Boot segelte sogar ein paar Mal die Dänische Meisterschaft mit. Dies ist ein Bild aus Anfang der 2000er.

Ick freu mir 🙂

Sommerurlaub 2021 – anders als geplant

Tja, da plant man ein ganzes Jahr lang auf die magischen Sommerurlaubswochen hin und dann kommt es doch anders.

4 Wochen , 4 Mann, 2 Boote – so sollte das mal in Richtung Südschweden gehen. Dann fällt ein Freund aus, weil seine Eltern pflegebedürftig und krank sind, ein anderer verkürzt auf drei Wochen, sagt dann ganz ab, dann wieder zu, dann doch wieder ab und der Dritte hat den 80. Geburtstag seiner Mutter „vergessen“ und musste auch verkürzen (bzw. später zusteigen) … tja … nach einem Jahr voller Investitionen, Modernisierungen und Freude wurde nun ein anderes Programm draus. Spontanität und Flexibilität war gefragt.

Letztlich sprang mein Segelkumpel Klaus für eine Woche ein und das war ein absoluter Glücksfall. Wir hatten eine tolle Woche rund Bornholm.

Mönkebude – Swinemünde – Nexö – Christiansö – Gudhjem – Tejn – Hammerhus (inkl. Wanderungs nach Sandvig)

Das Wetter war in diesem Zeitraum schwierig und wechselhaft, so dass wir ein gutes Wetterfenster abpassten um nach Rügen rüber zu kommen.

Sassnitz – Gustow – Stralsund

Hier fand der Crewwechsel Klaus/Norbert statt und wir wehten ordentlich tagelang ein. Daher wurde das verbleibende Zeitfenster recht knapp für große Sprünge und wir verholten uns in die Boddengewässer, die ich noch nicht kannte. Das war eine tolle Entscheidung. Wenig los, sehr ruhig und sehenswert.

Barth – Prerow – Althagen/Ahrenshoop – Ribnitz-Damgarten – Zingst -Stralsund

Hier stieg dann Norbert wieder aus und fuhr früher nach Hause, als geplant (private Termine) und ich brachte die Jamboree dann bei weniger gutem Wetter einhand nach Hause.

Peenemünde Nord – Mönkebude

Insgesamt liegen etwas über 405 Seemeilen im Kielwasser des Sommertörns. Wir waren oft gerefft unterwegs und hatten auch einige Motorstunden. Der neue Motor ist großartig und jeden Cent wert.

Dieses Jahr also nur ein kurzer Abriss des Urlaubs.

Die Planung für künftige Törns gehe ich definitiv anders an. Ich werde das Boot noch mehr auf Einhandtauglichkeit umbauen, wie z.B. eine neue Selbststeueranlage installieren und einen Bugsprit mit Anker (und vielleicht sogar eWinde) planen und anbauen.

Danke an Norbert und Klaus, für die tollen Tage und das, was wir draus gemacht haben!

Danke auch an die alte Dame Jamboree, die trotz der 41 Jahre sehr tapfer bei jedem Wetter war und sich wieder absolut bewährt hat. Ein Top Boot!

Swinemünde

Erbseninseln

Gudhjem

Ansteuerung Hammerhus

Nebel zwischen Bornholm und Rügen

Stralsund

Bodden

Ein Sommer, bei dem die Kuchenbude unersetzlich war

Peenemünde Nord

Das Haff empfängt mich bivalent

Mönkebude grummelt, dass mein Urlaub zu Ende ist

Berlinboot wechsel Dich

Die Optima 92 – Jamboree bleibt 4ever, das steht ja nun lange fest. Da ich den Sommerliegeplatz seit einigen Jahren aber an die Ostsee bzw. Mönkebude am Stettiner Haff verlegt habe, brauche ich für meine Zeit in Berlin (da ich ja weiterhin einer geregelten Arbeit nachgehen muss) auch ein Boot hier.

So wollte es der Zufall, dass ich Eigner eines dänischen Motorseglers werden konnte, einer LM27.

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Die LM 27 ist der meistgebaute Motorsegler in Europa.

Sie wurde von 1972 bis 1985 in der Werft LM Yachting, in Lunderskov speziell zum Segeln in der Ostsee gebaut. Die Werft ging aus einer Möbelfabrik hervor. LM steht dabei für Lunderskov Møbelfabrik. Heute werden von der Nachfolgegesellschaft LM Wind Power Flügel für Windräder, u. a. auch in Deutschland, hergestellt.

Die LM zeichnen sich durch einen eingedeckten Fahrerstand mit Stehhöhe aus, in dem auch die Pantry untergebracht ist. Damit war LM einer der Vorreiter der heutigen Deckssalonjachten.

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Die LM27 lag bei Potsdam am Schwielowsee und wurde die letzten Jahre etwas vernachlässigt. Das Rigg wurde nicht gestellt und lag nur an Deck. Der Rumpf wurde nicht geputzt oder poliert, die Gummischeuerleiste fehlt in großen Teilen und die Fenster sind nicht ganz dicht. ABER, der Profi erkennt das Potenzial, was da schlummert 🙂 Die Kuchenbude ist neu, der 33 PS Lombardini Motor ist schon ein Austauschmotor, die Polster sind gut und das Boot hat auf 8,35m x 2,75m Platz wie ein 10m Segelboot. Der Wohnbereich ist groß und luftig, da das gesamte Cockpit und das Deckshaus mit einbezogen ist. Mit 0,95m Tiefgang ist der Langkieler für das Binnenrevier prädestiniert. Die Segeleigenschaften sind für mich nachrangig, da ich mit der Optima ein gut segelndes Boot besitze. Bei halben oder raumen Wind wird die LM27 schon ok segeln. Dafür kann dann der Innensteuerstand mit Dachluke oder die Pinne am Heck genutzt werden.

Wir haben schon eine schöne Tour mit dem Boot hinter uns, das Rigg liegt erstmal im Mastenlager, die Fenster sind abgedichtet. Demnächst bestelle ich 20m Gummischeuerleiste, die ich dann nach meinem Ostseeurlaub anbringen möchte. Das Boot kommt dann auf den Slipwagen und wird geputzt und gewienert, eventuell der Streifen neu lackiert und dann kommt die neue Scheuerleiste dran.

Die GFK Qualität ist hervorragend. Das Boot ist sehr solide und stäbig, die ideale Ergänzung des Bootportfolios.

 

Bootsübergabe auf der Havel vor Schwanenwerder

Mit Dachluke

innen ziemlich gepflegt

Vorschiff ist eher für kleinere Personen bis 1,75m geeignet, aber gemütlich

Rückenlehnen können beide Betten zu großen Kojen umfunktionieren

Piratenluke

Fenster abdichten

etwas vernachlässigt, aber viel Potenzial vorhanden

klassischer Langkieler

Holz ist pflegebedürftig

neue Kuchenbude, es gibt noch zwei weitere, ältere

So soll sie dann mal wieder aussehen, das ist ein älteres Foto

Motoraustausch – nun ist es soweit!

Lange bin ich mit dem Thema schwanger gegangen, eigentlich war schon beim Rückkauf 2020 irgendwie klar, dass der Motor keine lange Halbwertszeit mehr haben wird. Die Vorbesitzer haben unseren alten originalen einkreisgekühlten Volvo Penta MD11 vor ca. 15 Jahren gegen einen überholten zweikreisgekühlten Volvo Penta MD11c getauscht und diesem im Laufe der Jahre viel Wartung und Pflege angedeihen lassen. Trotzdem war nun der Saildriveinnenring völlig verrostet und die Manschette aus 2002 musste auch dringend gewechselt werden. Das Kostenangebot dafür lag bei ca. 2000 Euro, alleine der Ring ist unfassbar teuer. Für die Aktion muss der Motor abgebaut, angehoben und weggerückt werden. So reifte langsam der Entschluss, alles neu zu machen und ich sondierte im Winter diverse Angebote und sagte dann dem „Motorspezi“ aus Stralsund zu. Diverse nette Telefonate und umfangreiche Beratungen schufen Vertrauen und wir einigten uns auf einen Komplettpreis, der für beide Seiten fair erschien.

Das Paket bestand aus:

Volvo Penta D1-30, Saildrive 130S, Faltpropeller, Abgasanlage neu, Schaltung neu.

So ging es am 25.06.21 nach Mönkebude zum Boot. Kurzer Einkauf, einrichten und ab in die Koje. Morgen gehts früh los. Wir müssen die zwei Brücken im Peenestrom bekommen. Zecherin um 8.45 Uhr und dann um 12.45 Uhr Wolgast.

Um 7.30 Uhr am 26.06.21 werfen wir die Leinen los und motoren Richtung Zecherin. Beim Brückenfragment Karnin merken wir, dass es knapp werden könnte und lassen den alten Diesel Vollast laufen. Er muckt zum Glück nicht und auf den allerletzten Pfiff bekommen wir die schon geöffnete Brücke. Ich hätte gewettet, dass wir es nicht schaffen, hätten keine 2 Minuten später ankommen dürfen. Als letztes Boot schlüpfen wir noch durch. Wir motoren dann weiter durch das Achterwasser und kommen nach drei Stunden in Wolgast an. Wir legen an und schauen uns dort ein Oldtimertreffen am Kai an, da wir noch eine Stunde Zeit haben bis die Brücke öffnet. Um 12.45 Uhr passieren wir dann die Brücke und fahren an Kröslin und Peenemünde vorbei auf die Ostsee, den Greifswalder Bodden. Wir haben beschlossen einen Zwischenstopp auf Rügen einzulegen und legen dann um 16.30 Uhr in Seedorf an. Hat sich hier einiges verändert. Etwas Schickimicki, nichts mehr von der Ursprünglichkeit, die ich noch aus meiner Kindheit kenne. Trotzdem ist es schön hier. Wir machen einen Spaziergang durch die Natur und entscheiden, nochmal raus zu fahren, ankern und baden zu gehen. Wir ankern vor Seedorf, baden und grillen. So herrlich!!! In der Dämmerung fahren wir zurück in den bereits bezahlten Liegeplatz. Etwa 40 Seemeilen liegen heute im Kielwasser.

Am 27.06.21 legen wir um 10.00 Uhr in Seedorf ab, queren den Greifswalder Bodden und fahren durch den Strelasund zur Marina Neuhof. Hier wird der Umbau stattfinden. Gegen 13.30 Uhr legen wir dort an und haben weitere 19 Seemeilen im Kielwasser. Karin und Wolfgang steigen hier aus und fahren nach Berlin zurück. Ich bestelle ein Taxi, welches Sie nach Stralsund bringt und knapp 3 Stunden später sind sie wieder in Berlin. Ich räume das Boot auf, räume Motorraum und Hundekoje aus, damit Baufreiheit besteht.

28.06.21 – Um 8.00 Uhr bin ich beim Hafenmeister, bespreche das vorher gebuchte Kranen und verlege das Boot zum Kran. Dort angekommen stehen schon Mitarbeiter des Motorspezis am Kai und nehmen meine Leinen an. Zack, schon ist das Boot draussen auf dem Bock und es wird nach einer kurzen Besprechung angefangen, alles auszubauen. Der alte MD11c wehrt sich mit einer Motorfußschraube, ansonsten geht das alles gut. Motor raus, danach der Saildrive. Abends ist der Motorraum leer und ich sitze hoch an Land auf dem Boot und starre durch das Saildriveloch auf den Boden.

Der Motor war tatsächlich noch völlig ok, der Saildrive ebenfalls. Erstaunlich, nach 41 Jahren. Es gibt halt kaum noch Ersatzteile. Abends bekomme ich dann noch einen Anruf und jemand möchte meinen alten Motor kaufen. Er hat seinen MD11 am Wochenende grad gekillt und sucht einen Tauschmotor. Wir verabreden uns für den nächsten Tag.

29.06.21- um 8.00 Uhr wird zunächste der Saildrivesockel mit Gelcoat neu lackiert um dort keine Haarrisse zu haben, die dann Wasser ziehen könnten. Dann kommen die zeitaufwändigen Arbeiten wie Schaltung aus- und neue einbauen, Motorpaneel aus- und neues einbauen und vor allem den Rücklauf in den Tank zu bauen. Der alte Motor hatte keinen Rücklauf in den Tank, der neue Motor braucht das zwingend. Es wird viel mehr Sprit durch die Pumpe gefördert, als durch die Einspritzdüsen verbraucht wird, daher muss der Rest in den Tank zurück. Hier wird am Steigrohr eine Lösung angelötet. Abends kommt dann noch der neue Saildriveantrieb 130 S rein und die Motoradapterschienen für das alte Fundament werden angepasst. Abends gibts dann noch ein heftiges Gewitter mit Starkregen, hoch auf dem Bock an Land. Etwas gruselig. Ach ja, der Motorinteressent kam mit Anhänger vorbei und hat mir direkt meinen alten Motor abgekauft. Er passt 1zu1 in sein Boot und lässt das in Ueckermünde umbauen. Ich habe für das Gesamtpaket noch gute 1500 Euro bekommen, ich glaube, das kann ich hier erwähnen. Alle Seiten sind glücklich. Ich habe ihn los, der Motor muss nicht beim Motorspezi eingelagert werden und er hat einen Ersatzmotor in kürzester Zeit gefunden.

30.06.21 – Morgens kommt dann mit dem Kran der nagelneue Motor ins Boot und wird ans Getriebe angeflanscht, nachdem die Adapterschienen eingebaut wurden. Dann wird den Rest des Tages die Elektrik angeschlossen, die Spritzufuhr konnektiert, die Schaltzüge verlegt und angeschlossen, der neue Faltpropeller wird montiert. etc. etc. Dann wird das Boot ins Wasser gekrant. Wir verholen es an einen Steg und die letzten Restarbeiten werden ausgeführt. Wieder schiebt der Monteur Karl Überstunden…es werden Kühlflüssigkeit, Motoröl und Getriebeöl eingefüllt…und abends dann…der Motor startet! Er läuft sofort rund. Was für ein Gefühl. Kein Traktorgeratter mehr, an das ich mich so sehr gewöhnt hatte. Nun macht es bawusch, bawusch. Ein röcheln, das Wasser fliegt hinten aus dem Auspuff, Wahnsinn, was für ein Unterschied. Morgen früh dann Probefahrt und Abnahme.

01.07.21 – Der Tag ist gekommen. Die Motorspezis kommen an Bord, der Motor läuft. Es weht ein kräftiger 6er Wind und wir verlassen die Marina Neuhof. Bisschen Strelasund in Richtung Stralsund, dann wieder in Richtung Stahlbrode, das Protokoll wird abgehakt. Durch den neuen Propeller hat das Boot eine ganz andere Charakteristik unter Motor. Check – Abnahme erfolgreich. Alles zur vollsten Zufriedenheit gelaufen. Da zuviel Wind für eine Einhandüberführung weht, bleibe ich noch einen Tag in Neuhof, morgen sind die Wetterverhältnisse besser. Abends kommt ein Segelfreund aus Stralsund zu Besuch an Bord und wir schnacken ne Runde. Hab mich sehr gefreut!

02.07.21 – um die Brücken passend zu bekommen, muss ich um 5.30 Uhr ablegen. In der aufgehenden Sonne verlasse ich Neuhof und richte mich auf eine lange Motorprobefahrt ein. Gleich richtig testen, ob alles funktioniert. Geruhsam einfahren bei unterschiedlichen Drehzahlen, nur keine Vollast über längere Zeit.

Grobe Planung:

Neuhof – Stahlbrode – 6 SM

Stahlbrode – Peenemünde 19 SM

Peenemünde – Wolgast 6 SM

Wolgast – Zecherin 16 SM

Zecherin – Mönkebude 9 SM

Es läuft super, der Motor schnurrt, der Greifswalder Bodden ist etwas schaukelig, aber alles ok. Gegen 10.45 Uhr fällt der Anker vor Wolgast, ich war zu fix. Also Frühstückspause und Augen zu in der warmen Sonne. 12.45 Uhr Passage der Klappbrücke und weiter durch das Achterwasser. Hier bin ich auch zu früh, aber der Wind weht frischt und drei Ankermanöver scheitern auf dem Boden mit Seegras. Also motore ich 45 Minuten und spiele mit dem Boot. Standgas vorwärts gegen den Wind, Standgas rückwärts gegen den Wind etc. Um 16.45 geht die Brücke auf und ich mache um 18. 30 Uhr nach 58 Seemeilen müde in Mönkebude fest. FAZIT: Alles perfekt!

Der Motorspezi ist eine große Empfehlung. Preislich war das Angebot absolut fair, der Service war 1a. Die Rechung wurde um einen Cent unterboten und auch der Kontakt im Nachhinein ist sehr sympatisch. Wer sich jetzt fragt, was das komplett gekostet hat: 13.999,99 Euro sind über den Tisch gegangen. Dafür hat die Jamboree für den Rest meines Lebens hoffentlich keine gröberen Motorprobleme mehr. Wir werden sehen. Die Kosten in der Marina Neuhof beliefen sich auf ca, 570 Euro (2x Kranen mit stehendem Mast, Lagerbockmiete, 2 x Kranen extra für Motor rein und raus, Liegegebühren etc. etc.

Milchmädchenrechnung:

14000 Euro Motor all inkl.

– 2000 Euro für sonst notwendigen Wechsel der Saildrivemanschette und des Rings

– 1500 Euro für den alten Motor durch Verkauf

+570 Euro Marina Neuhof

Hat mich der neue Motor 11070 Euro gekostet. Dafür ist ALLES neu.

Arbeits- und Segelwochenende auf dem Stettiner Haff

Die alte Dame braucht ständig Pflege. Um auch die Schönheit im 41. Lebensjahr zu erhalten wird ständig was erledigt. Diesmal stand auf dem Zettel:

  • alle Aufbaufenster ausbauen und neu eindichten

Noch in Berlin hatten wir ein leckendes Aufbaufenster neu eingedichtet, aber nun sollen die anderen drei Fenster aus optischen Gründen auch neu gemacht werden. Noch tropft nichts, aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Meine Allzweckwaffe Wolfgang und ich nahmen einen Tag frei und starteten am Donnerstag Abend von Berlin in Richtung Mönkebude. Die Autobahn war leer und so konnten wir schon nach knapp 2 Stunden Fahrt die Jamboree begrüßen.

Ein kleiner Probelauf – ich hatte einen Servicetechniker für den Motor beauftragt – alles tutti. Dann holten wir noch etwas Diesel in Ueckermünde und nach einem Einkauf bei Lidl beendeten wir den Abend an Bord.

Am Freitag standen wir früh auf und nach einem guten Frühstück und einem Bad im Haff ging es gegen 9 Uhr an den Ausbau des ersten Fensters. Abschrauben, Schrauben sortieren, Fenster und Rumpf von altem Dichtmittel befreien, kratzen, Putzen etc. Dann wieder neu eindichten und anschrauben. Bei bestem Wetter und viel Wärme waren dann nach 6 Stunden endlich alle Fenster wie neu.

Danach wurden noch Kleinigkeiten wie das Eindichten des Revisionsdeckels des Wassertanks erledigt und Pläne für das Wochenende gemacht.

Samstag kippte das Wetter, es war nicht mehr so sonnig, dafür sehr windig. Wir wollten nach Swinemünde und legten gegen Mittag ab. Trotz diverser WetterApps ohne Regenrisiko erwischte uns dann direkt vor der Einfahrt in die Kaiserfahrt, direkt zwischen den Flachs, ein Gewitter mit Sturmböen. Wir segelten das aus und bei Abebben des Gewitters konnten wir dann in die Kaiserfahrt einlaufen. Nach ca. 40 weiteren Minuten machten wir dann in der Marina fest, trockneten unsere Sachen und waren glücklich, endlich wieder mal in Polen zu sein. Ein sehr langer Spaziergang zur Windmühle an der Mole, dann durchs Wasser am Strand, über die Promenade in die Innenstadt führt uns der Weg zu einem extrem guten kleinen Restaurant „El Papa Pilar“, ein an Ernest Hemmingway erinnerndes gemütliches Restaurant. Hier verbrachten wir einen sehr schönen Abend bei guter Musik, leckerem Essen und etwas Alkohol 🙂 Immerhin fanden wir den Weg noch alleine zurück zum Boot. Im Hafen war dann polnische gute Laune angesagt und auf einigen Booten wurde laut bis nach Mitternacht gefeiert. Immer wieder schön hier! So saßen wir im Cockpit und genossen die Rythmen der Nacht.

Sonntag dann wieder zurück nach Mönkebude, wobei der frische Wind beständig zwischen 5 und 7 Bft. wehte und die Jamboree das Haff gegen den Wind aufkreuzen musste. Sie lief wie der Teufel und nahm viel Wasser, aber es war ein genialer Segeltag. Wir waren erst nach 18 Uhr zurück im Hafen und tatsächlich seglerisch erschöpft aber glücklich. Ein paar Kleinigkeiten tauchten natürlich auch wieder auf. So verursacht die Furlex 200 immer wieder mal Überläufer und blockiert. Hier scheint sich das Problem auf der Aufrollleine zu fokussieren. Wir haben da schon einen Plan mit einer Leinenbremse. Dazu war im Vorschiff das Backbord Polster feucht, hier müssen wir mal schauen, ob es durch das Rumpffenster kam.

So what? Alte Dame, alles wird verziehen.

Der nächste Trip geht dann in Richtung Stralsund, genauer in die Marina Neuhof. Hier bekommt das Böötchen einen neuen Motor. Darüber werde ich dann genauer berichten.

 

Wie immer der Traumsonnenuntergang von Mönkebude

und dann gings los…Fenster raus…

wie neu…

Baustelle Kiehl und Blietz

ja, da war Handlungsbedarf vorhanden…

Gewitter im Anmarsch

Helden haben überlebt 🙂

Ankunft in Swinemünde

Hier gabs wohl kein Corona…

Bestes Restaurant…

 

Berlin – Mönkebude und eine Woche Segelurlaub

Wir sind zweifach geimpft, haben zwei Wochen Wartezeit hinter uns…nach vielen Recherchen stand fest: wir dürfen nun nach MeckPomm einreisen. Alles Weitere war vage, aber ein Telefonat mit der MeckPomm Hotline stimmte uns mutig. Wir hatten die Impfbücher dabei, einen aktuellen Negativtestnachweis und auch Selbsttests mit an Bord.

22.05.21

Wir legen um 11.30 Uhr in Berlin in unserem Segelverein Klub am Rupenhorn ab. Damit wir in Polen (aktuell noch Risikogebiet) nicht anhalten müssen, fahren wir die Drei-Tage-Strategie. Um 12.00 Uhr liegen wir vor der Schleuse Spandau, im Platzregen stehen wir etwas illegal unter der Straßenbrücke etwas trockener bis die Schleuse auf grün schaltet. Um 13.00 Uhr fahren wir nach der Schleusung aus und weiter geht es über den Tegeler See, Niederneuendorfer See etc. in Richtung Oranienburg, zur Schleuse Lehnitz. Hier kommen wir um 15.30 Uhr an und haben keine sehr lange Wartezeit, so dass wir um 16.48 Uhr weiter reisen können. Um 19.10 Uhr kommen wir in der Marina Marienwerder an und bekommen netten Besuch von einem netten Hamburger Segler und seiner Frau, die jetzt hier am Werbellinsee leben. Wir bekommen warme Pizza und Bier geliefert und haben einen sehr netten Abend zusammen. Das Wetter war sehr gemischt heute.

Duschen und WC sind offen, 18 Euro Liegegeld.

60km Tagesetmal

23.05.21

Ableger um 8.25 Uhr und weiter in Richtung Schiffshebewerk Niederfinow. Das historische Wasserstraßendenkmal kommt gegen 10.30 Uhr in Sicht und wir legen uns an den Sportbootanleger. Nach kurzer Zeit dürfen wir einfahren und werden im trog abgesenkt. Das neue Hebewerk ist immer noch nicht eröffnet, das zieht sich seit Jahren. Gegen 11 Uhr können wir weiterfahren und passieren um 12.30 Uhr die Schleuse Hohensaaten WEST. Hier biegen wir in die Westoder ab und legen dann an der letzten Möglichkeit in Deutschland um 17 Uhr in Gartz an. Eine nette kleine Stadt, sehr beschaulich! Der Hafenmeister organisiert und über Kontakte eine Möglichkeit essen zu gehen. Hier erleben wir einen sehr schönen Biergarten und essen gut und satt.

Duschen und WC geschlossen, 12 Euro Liegegeld

85km Tagesetmal

24.05.21

Heute ist der große Tag…die große Unbekannte: POLEN! Wir dürfen wohl einreisen, dürfen wir auch wieder ausreisen (ohne Quarantäne?)? Auf jeden Fall stellen wir diesmal nicht wie üblich im AZS Stettin, sondern „rutschen“ in einem Zug durch.

Um 8.00 Uhr starten wir in Gartz, nachdem wir noch 20 Liter nachgetankt haben. Kurze Zeit später ist die Oder kein Grenzfluss mehr, sondern wir sind jetzt in Polen. Durch wunderschöne Natur fahren wir, bis wir gegen 10.15 Uhr Stettin durchfahren. Eine wunderschöne Stadt, fast mein zweites (oder drittes?) Zuhause. Hier hat die Jamboree viele Jahre gelegen, meine Eltern hatten hier am Dammschen See ihren Liegeplatz. Weiter gehts dann die Oder hoch und wir werden zufällig von einem internationalen Marinegeschwader begleitet. Es ist schon toll, wie wir auf dem AIS die Boote identifizieren können. Aus Belgien, Niederlande, Estland, Deutschland und Polen kommen die „Warships“. Wir verlassen dann die Oder und passieren das polnische Stettiner Haff und bergen dann an der Grenztonne schnell die polnische Gastlandflagge. jetzt kann uns niemand mehr nachweisen, woher wir kommen. Jedoch keinerlei Kontrollen, Grenzboote, Küstenwache etc. niemand interessiert sich für uns. Um 16.30 Uhr haben wir unseren Sommerliegeplatz in Mönkebude erreicht und vertäuen das Boot. hier ist noch fast alles leer, kaum Menschen an den wenigen Booten, wir haben den Strand für uns alleine.

Duschen und WC geöffnet

89 km Tagesetmal

Seit Berlin 234km

25.05.21

Wir machen mit der Bootswerft Hinze einen Termin aus, passen die Regenlücken ab und stellen den Mast. Zwischen den Schauern trimmen wir die Wanten, schlagen die Segel an und bereiten das Boot für die Saison vor

26.05.21

um 11.15 legen wir erstmals mit stehendem Mast ab und verlassen Mönkebude. Ein erster Testschlag auf dem Haff bei 5-6 Bft. und richtig „Wetter“. Es regnet richtig dolle und weht in Böen noch heftiger. Etwas Wasser im Boot, das kam aber aus der nicht leer gepumpten Toilette, wie sich später herausstellte. Es waren heute nur 6 kurze Testmeilen, aber wir sind jetzt schlauer. Das Wasser machte uns Sorgen, unbegründet, wie sich zeigte. Aber genau das war ja der Sinn, kleinere Schwachstellen herauszufinden. Ebenso zeigte sich, dass vom Frischwassertank der Revisionsdeckel nicht mehr dicht schließt. Auch hier läuft Wasser beim Betanken in den Motorraum. Auch das bekommen wir in den Griff. Endlich wieder gesegelt!

6 Seemeilen im Kielwasser

27.05.21

Nachdem der neu eingebaute Backofen uns zu ausgedehnten Frühstücken mit Aufbackbrötchen verleitet, legen wir um 12.15 Uhr in Mönkebude zu einem weiteren Schlag ab. Wir ballern über das Haff gen Osten, heute wollen wir mal ALTWARP kennenlernen. Jetzt bin ich schon im dritten Jahr hier oben und war da noch nie. Das sollte sich heute ändern. Nach einem Traumsegelschlag mit einigen Schauern und bis 6 Bft. segeln wir im Zickzack über das Haff, weichen Netzen aus, bringen das Boot in Gleitfahrt, kreuzen an den Wind um Regen auszuweichen etc. Glücklich und berauscht legen wir um 16.00 Uhr in Altwarp an, das ich bisher nur von der Landseite kannte. Wir machen einen Rundgang durch das hübsche und ursprüngliche Dorf und nehmen anschließend auf dem Restaurantschiff Kaffee und Kuchen zu uns. Was gehnts uns gut…dennoch…in NEUWARP gegenüber scheint die Sonne, es verlockt…kurze Beratung. Scheiss drauf, wir fahren da rüber. NEUWARP heißt eigentlich Nowe Warpno und ist schon polnisch…egal.

Ableger 18.00 Uhr Altwarp, vorsichtig über den flachen See nach Neuwarp getastet und Anleger um 18.25 Uhr in Neuwarp fest. Wunderschön hier! Wir machen einen ordentlichen Rundgang und anschließend bekommen wir im Clubbiergarten gutes polnisches Bier. Wir haben einen lustigen Abend und kommen mit polnischen Chartercrews ins Gespräch. Sehr empfehlenswert hier. Wir kommen wieder.

Keine Duschen (oder nicht gefunden), WC geöffnet

Liegegeld 7 Euro

11,5 Seemeilen im Kielwasser

28.05.21

Es gilt noch zu bemerken, dass die neue Dieselheizung Gold wert ist! Wir schlafen warm und ruhig.

Morgens dann beim Frühstück der Schock. Direkt hinter unserem Boot und der Deutschen Nationalen am Heck legt ein polnisches Polizeiboot an. Wir haben ein ungutes Gefühl, legen in Gedanken schon Ausreden zurecht…man grüßt uns sehr freundlich und holt sich einen Kaffee… PUH!!! Alles gut, niemand interessiert sich für uns.

Heute segeln in Verbindung mit Haffsightseeing. Um 11.40 Uhr legen wir ab in Richtung Kammnike, den Hafen kennen wir auch noch nicht. Ankunft um 13.30 Uhr nach knapp 9 Seemeilen. Sehr flach, für Sportboote eher weniger geeignet. Hier ist noch alles zu, man bereitet sich erst auf die Touris in der nächsten Woche vor. Ein kleiner Rundgang durch den Ort reicht bei einer unfassbaren Mückeninvasion. Hübsch hier, reicht aber. Weiter gehts um 15.00 Uhr und wir segeln in Richtung Westen. Am Eingang des Peenestroms bergen wir die Segel und motoren nach Usedom Stadt in den Usedomsee. Hier hat vor einiger Zeit eine moderne Marina eröffnet, die wir auch noch nicht kennen. Wir machen um 17.40 Uhr nach weiteren 6,3 Seemeilen fest. Ein Spaziergang durch die Stadt enttäuscht. Kaum Menschen zu sehen, alles geschlossen. Dafür entschädigt der Hafensnack. Ein Rentner betreibt diesen aus Spaß und wir essen das weltbeste Fischbrötchen. Große Empfehlung!

Die Marina ist modern, man kann telefonisch einen Code anfordern, über den dann Duschen und Strom freigeschaltet und abgerechnet werden.

Duschen und WC offen

Liegegeld 18 Euro

29.05.21

Heute wird einfach nur gesegelt! Bei 6 Bft. knallen wir übers Haff, nachdem wir um 12.50 Uhr (nach einem ausgiebigen Frühstück – ich wiederhole mich) in Usedom Stadt abgelegt haben. Eine kurze Motorrunde noch nach Karnin zum alten Brückenfagment (Wahrzeichen hier in der Gegend). Dort setzen wir die Segel und rauschen wieder gen Osten. Eine wilde Fahrt endet dann um 17.05 Uhr in Ueckermünde. Erst eine Runde durch die Lagunenstadt, schauen, ob meine alte Chillax hier noch liegt. Wir finden sie nicht und machen dann am Cityanleger fest, gönnen uns ein Backfischbrötchen und ein Eis auf dem Rathausplatz. Zufrieden legen wir um 18.30 Uhr wieder ab und segeln nach Mönkebude zurück. Morgen werden wir abgeholt. Anleger um 20.10 Uhr im beginnenden Sonnenuntergang. Was für ein unfassbar schöner Tag!

ca. 30 Seemeilen im Kielwasser

30.05.21

Uwe und Susanne kommen extra aus Bayern über Berlin zu uns. Sie holen uns ab, da wir ja kein Auto hier oben haben. Wir verbringen einen tollen Tag zusammen. Motoren später nach Ueckermünde, essen Fischbrötchen und Eis (was sonst?) und bei der Abfahrt geht im Ueckermünde Kanal der Motor aus. Er bekommt keinen Kraftstoff mehr. Wir wollen uns rausschleppen lassen, aber ein Segler ist dabei zu überfordert und wir treiben ins Schilf. Segeln ist hier gegen den Wind nicht möglich. Eine nette Truppe auf einem Motorboot zieht uns dann aufs Haff und hier können wir dann unter Segeln zurück nach Mönkebude fahren. Der Wind passt auch für die schmale Hafenanfahrt und wir legen unter Segeln an. Uwe uns Susanne bekommen Kiehl´s Adventure Tours geboten 🙂

Wir packen zügig alles zusammen und verlassen das Boot. Motorservice ist beauftragt.

 

FAZIT:

Eine sehr zufriedene Woche liegt hinter uns. Das Jahr könnte, trotz Corona Spätstart, noch ein gutes Jahr werden. Wir haben uns im Vorfeld so viele Gedanken gemacht, was darf man, was nicht? In Segelforen wurde diskutiert, wir haben die Überführung zweimal verschoben… Wir haben alles richtig gemacht.

 

 

Ein paar Impressionen:

Los gehts…

in Spandau bei Platzregen vor der Schleuse gewartet

Schleuse Spandau dann bei Sonne

gemütliche Tour

aber immer wieder „Wetter“

alleine weit und breit

Schiffshebewerk Niederfinow

Gartz an der oder

endlich wieder Biergarten

Gartz Kirche

Moin

ab nach Polen

Stettin

Haff erreicht

Welcome to Mönkebude

best place to be

Coburger Rostbratwürste von Uwe und Susanne im Sonnenuntergang von Mönkebude

Mast stellen bei der Bootswerft Hinze

endlich wieder ein Segelboot

kann man aushalten

wieder „Wetter“

immer abwechselnd Sonne und Regen…hier Sonne

Altwarp

Neuwarp

Hm…

Kamminke

keine weiteren Fragen bitte 🙂

Einfahrt in den Usedomer See

Usedom City Marina

Karnin

Ueckermünde

Mönke

Bordente

Uwe und Susanne hat es auch gefallen 🙂

 

letzte Vorbereitungen – los geht´s an die Ostsee

Lange haben wir gewartet, jetzt geht´s endlich los an die Ostsee.

Mecklenburg-Vorpommern hat ja die krassesten Regeln in Deutschland und ein Einreiseverbot verhängt. Dieses wurde nun langsam gelockert, zumindest wir zweimal Geimpften dürfen nun einreisen. Diverse Recherchen, Telefonate und Emails später sind wir nun zu dem Schluss gekommen, dass wir am Pfingstwochenende losfahren können. Alle Schleusen und das Schiffshebewerk Niederfinow haben auch „go“ gegeben.

Die Zeit wurde noch genutzt um kleinere Dinge zu erledigen, wie z.B. ein Fenster auszubauen und neu einzudichten. Es wird noch ein 220V / 1500W Sinuskonverter eingebaut, damit wir auch die Kaffeemaschine und andere Geräte unterwegs nutzen können. Letzte Einkäufe werden noch erledigt und dann kann es Samstag los gehen.

ENDLICH!

Whale Fusspumpe flutet das Boot mit Frischwasser

Tja, Coronazeit ist Wartezeit. Eigentlich sollte das Boot Himmelfahrt an die Ostsee nach MeckPomm verlegt werden, aber die liebe Landesregierung hat den Laden ja jetzt ganz zu gemacht. Bis 22.5. erstmal darf niemand für touristische Zwecke einreisen. Auch Boote sind davon betroffen. Also warten wir bis Pfingsten und hoffen, am Pfingstwochenende hier los zu kommen. Planen ist zur Zeit schwierig. Solange ist weiter Bastelzeit. Den Mast haben wir ins Mastenlager gelegt und bewegen uns als Motorboot im Berliner Raum. Das ist ja auch mal ganz schön.

Arbeit gibts natürlich auch immer wieder. Neuestes Beispiel:

Wir füllen den Frischwassertank, eigentlich um Reinigungszeug in den Tank zu geben, einwirken zu lassen und dann wieder abzupumpen. Wir kommen mit Sack und Pack am nächsten Tag zum Boot und wollen eine Tour mit Kindern machen…Schiebeluk auf und dann das, was jeder Bootseigner am meisten fürchtet… im Boot steht Wasser. Der gesamte Pantrybereich ist ca. 10cm hoch voller klarem Wasser. Zum Glück ist der Rest des Kajütbodens etwas erhöht. Also erstmal mit Freund Wolfgang ein Stündchen lang ca. 80 Liter Wasser mit Schwämmchen aufwischen und schauen, wo es herkommt. Motorraum trocken. Unter der Spüle trocken. Vordere Bilgen trocken. Mysteriös, bis mir einfällt, dass ich die Whale Fußpumpe im WC Raum gestern versucht habe zu benutzen und die mir entgegengesprungen ist. Ich hatte sie dann wieder zusammengesteckt, da ich die eh nie benutze.

Die Pumpe war innen zerbrochen, wie sich später rausstellte.

Wir haben dann unter unmöglichen Einbaubedingungen die Pumpe ausgebaut, die Schläuche am Wassertank kontrolliert, ob die dicht und fest sind. Das ist eben der Nachteil von Innenschalen. Man kommt nirgendwo richtig ran. Hier muss im nächsten Winter mal eine Revisionsöffnung rein, dann kann ich die Schläuche ganz tauschen und auch auf Druckwassersystem umbauen.

Nachdem wir festgestellt haben, dass alles andere dicht ist, konnte es nur die Pumpe sein. Die wurde kurzerhand neu bestellt und gestern dann eingebaut, der Wassertank gefüllt und in die Bilge ein Wasseralarm gehängt. Nach 4 Stunden kam immer noch kein Wasser, also bin ich guter Dinge, dass das auch heute noch trocken sein wird.

So ein blöder Mist, der echt Nerven kostet und wirklich nicht sein muss…

Jetzt habe ich noch eine neue Funkantenne bestellt, da mir die andere im Segelverein am Mast abgebrochen wurde, während der Mast auf der Wiese zum Arbeiten lag. Weiterhin haben wir an den Holzverkleidungen im Innenraum gearbeitet. Die neuen Instrumente, die in Kajütwand eingebaut wurden und nun im WC Raum zu sehen sind, brauchen eine schöne Abdeckung. Die haben Wolfgang und ich aus Holz angepasst und Wolfgang hat alles dann geleimt und gebeizt. 8 Klarlackschichten später konnte diese nun gestern eingebaut werden. Gefällt mir 🙂

 

Gewicht nach vorne, damit das Wasser aus den unzugänglichen Hohlräumen läuft 🙂

Die Übeltäterin

Soll soll es nicht sein…

Da wars wohl feucht drunter…

Dann läuft das Wasser unter den Verkleidungen in die Bilge zum tiefsten Punkt

hier gut zu sehen, dass sie innen zerbrochen ist

Mein Philippipaneelbeschrifter 🙂

Neue Blende lackieren

und eingebaut.

noch ein Kabelschacht drunter und schon hat das Gesicht

Motorboot on Tour

Baustelle nähert sich dem Finale

Noch ein LED Deckslicht montiert

Allzweckwaffe Alex