es ist passiert – Westerly Falcon 35 gekauft

Ich verlinke mal auf meine neue Seite hier auf kiehlboot.de

Westerly Falcon 35

Es ist passiert, wir haben uns eine Yacht gekauft, ein richtiges Schiff, ein großes Boot, wie auch immer man das bezeichnen möchte. Der letzte Sommertörn hat gezeigt, dass wir mehr wollen, mehr Platz, mehr Stabilität bei viel Wind, mehr Länge, mehr Breite, mehr WC Räume 🙂

Mit meinem Freund Norbert haben wir nun zugeschlagen und uns ein Seeschiff zugelegt. Mehr ist oben zu lesen. Fortsetzung folgt.

 

Ach ja, NEIN, ich weiß noch nicht genau, ob ich die X-95 behalten werde. Sie könnte als Binnenracer hier auf der Havel in Berlin eine gute Figur machen, aber die Zeit wird ja nicht mehr… und wir wollen aufs Meer 😉

Diese Entscheidung muss und werde ich in Ruhe im Winter treffen. Erstmal bekommt die X-95 jetzt ein komplett neues Rigg für 9200 Euro, mit allem drum und dran. Der Riss im Mast war nicht reparabel, jedenfalls nicht so, dass ich dabei ein dauerhaft gutes Gefühl gehabt hätte.

Die Verkaufsanzeige ist schon geschrieben, aber noch nicht veröffentlicht. Da muss ich nochmal in mich gehen, da ich die X-95 wirklich sehr ins Herz geschlossen habe und sie ein geniales Boot ist. Alles ist jetzt gemacht und sie ist „ready to sail“. Also einfach weiter genießen? I don´t know…

Tag 28/29: Nexö/Bornholm – Swinemünde – Mönkebude

Was für ein Morgen… Der Motorfachmann ist überpünktlich und wir schöpfen Hoffnung, doch noch einigermaßen zeitig ablegen zu können. Leider gibt es keine gute Diagnose. Not good… Der Motor startet auch mit Notstartspray nicht, keine Luft im System… es scheint die Zylinderkopfdichtung oder die Ventildeckeldichtung zerschossen zu sein. Auf jeden Fall kurzfristig nicht reparabel.

Netterweise nimmt er nur 20 Euro und zockt und nicht ab. Wir geben ein sattes Trinkgeld. Bedröppelt gehe ich zum Lidl am Hafen und kaufe Brötchen ein. Ein gutes Frühstück, ein Plan B…

Wir haben ja keine Wahl. Also legen wir um 10 Uhr unter Segeln im Hafen Nexö ab und nehmen Kurs auf Swinemünde. Leider ist nach 15 Seemeilen, die wir wirklich gut vorankommen, der Wind komplett weg. Wir stehen 4 Stunden in totaler Flaute. Das ist Mega nervig, das Boot dreht sich im Kreis. Die Segel flappen, weil natürlich alte Welle das Boot schaukelt. Es ist einfach zum Ko**en. Aber wir halten durch. Um 18 Uhr kommt wieder ganz leichter Wind und wir freuen uns diebisch über 2 Knoten Fahrt. Immerhin ist das Boot wieder steuerbar. Der Plan ist bisher, dass wir morgen Vormittag in Swinemünde einlaufen und uns jemanden suchen, der uns durch die Kaiserfahrt schleppt… We will see.

Update 18.30 Uhr: Wir laufen mit 5 Knoten gen Swinemünde. Eine Segelyacht kommt unter Motor auf, aber wir entscheiden uns gegen Schlepphilfe und hoffen, dass der Wind bleibt.

So… Nachdem es nachts mit 4Bft. ordentlich durchwehte, lief Chillax durchgehend mit 6 bis Knoten Fahrt durch die Nacht. Ich übernahm die undankbare erste Wache von 22 Uhr bis 01.00 Uhr, danach dann Klaus. Ich blieb standby im Cockpit und döste etwas. Noch im Dunkeln erreichten wir dann Swinemünde und die ganzen Lichter an Land sowie den Schiffen waren sehr verwirrend. Langsam ließ der Wind etwas nach und prompt mitten in der Hafen einfährt blieb der Wind weg. Über UKW Kanal 12 funkte ich Swinemünde Traffic Control an und die baten uns eindringlich, nicht bei Dunkelheit im Hafen zu segeln. Also ankerten wir direkt neben der Fahrrinne und dachten nach… Ohne Motor, echt ein Problem. Dann tauchte achten das Segelboot auf, mit welchem wir nachts ein Race hatten. Eine polnische Hanse 325. Ich funkte das Boot an, keine Reaktion. Wir gaben Lichtsignale… Keine Reaktion. Doch dann, langsam drehte das Boot auf uns zu. Die Dämmerung setzte grad ein und er nahm uns tatsächlich an den Haken und schleppte uns in die Marina Swinemünde. Das erste Ziel war erreicht. Um kurz vor 7 Uhr waren wir fest im Yachthafen. 21 Stunden segeln liegen hinter uns. Blöd, wenn man nicht mal mit der Maschine zuschieben kann.

Als ich grad auf dem Weg zum Hafenmeister war, lief eine Segelyacht aus. Ich winkte und rief, sie reagierten sogar. Eine deutsche Berliner Dehler 28. Ich fragte ob sie uns vielleicht durch die Kaiserfahrt schleppen würden. Etwas wurde gehadert, der Motor sei zu klein, sie hätten es eilig… aber sie sagten ja. Wir könnten also direkt weiter. Also die müden Augen auf, Leine übergeben und weiter ging es. 2 bis 3 Knoten schaffte unser Abschlepper, aber es klappte. An der Mole zum Haff warf er uns Dan los und wir setzten schnell die Segel. Problem 2 war gelöst… Dann segelten wir wunderbar bei leichtem Wind durchs Haff nach Mönkebude. Der Wind wurde schwächer und kam in der engen Zufahrt genau von vorne. Keine Chance, da rein zu segeln. Wir überlegten zu ankern und zu warten. In dem Moment kam ein Hafennachbar aus Mönkebude aus dem Hafen gesegelt. Wir hielten drauf zu und machten uns bemerkbar. Er hatte natürlich wenig Lust wieder die Segel zu Bergen und uns einzuschleppen, aber er tat es dann doch. Als Krönung des Ganzen war dann unser Liegeplatz illegal belegt, ob wohl ich Tage vorher angerufen hatte und der Hafenmeister das Schild auf BESETZT gestellt hatte. Also mussten wir ohne Motor erstmal in einen benachbarten Platz und uns dann später nochmal verholen.

Um 13.30 Uhr machten wir nach 26,5 Stunden Fahrt, 30 Stunden wach sein und 105 Seemeilen quasi nonstop nach der letzten Etappe das Boot fest.

Wenn ich richtig gerechnet habe, liegen insgesamt 955 Seemeilen auf der Urlaubslogge.

Ein kurzes Nickerchen um die Schmerzen in den Augen loszuwerden, ein Bad im Haff um den Körper zu kühlen (wir hatten bei Ankunft 34 Grad), Boot kurz klarieren und ab ins Auto nach Berlin.

Der Rest kann später gemacht werden.

Fazit: Mast im Sturm kaputt gegangen, Motor läuft nicht mehr. Aber das Boot rennt wie die Pest und hat unfassbare Spaß gemacht. Wir haben unglaublich viel gesehen und erlebt. Ich werde das noch zusammenfassen. Kreuz und quer über die Ostsee. Ein wahrer individueller Abendheuer-Activitiy Urlaub mit vielen spontanen Entscheidungen und Erlebnissen.

Der Monteur auf Bornholm

Unter Segeln in Nexö abgelegt

4 Stunden totale Flaute südlich Bornholm

Abendstimmung auf See

Rein in die Nacht

Segel unter klarem Sternenhimmel – gigantisch

Unsere polnische Schlepphilfe in den Hafen Swinemünde

Unsere Schlepphilfe durch die Kaiserfahrt

Und endlich eingeschleppt in Mönkebude

Tschüß, hat Spaß gemacht

Tag 27: Erbseninseln – Nexö

Die Nacht war übel… Der Wind drehte von Ost über Süd auf West… die Wellen drückten somit mitten in der Nacht in den Hafen und sorgte für heftigen Schwell. Das Boot tanzte und rückte in die Festmacher. Mit Fendern zwischen den Leinen improvisierten wir Ruckdämpfer, was etwas Beruhigung ins Boot brachte. Dennoch war kaum Schlaf zu finden. Am frühen Morgen kehrte dann bei weiter drehendem Wind auf West wieder Ruhe im Hafen ein. Der Hafen war nun wieder geschützt. Nach einem sonnigen Frühstück im Cockpit machten wir uns auf den Weg nach Snogebaek, weil der Hafen ziemlich südlich auf Bornholm liegt und uns als Absprunghafen nach Swinemünde dienen soll. Bestes Segelwetter bei 24 Grad, Sonne, 4Bft. und nur leichter Welle. Es war wirklich ein Traum. Fix waren wir dann in knapp 3 Stunden in Snogebaek. Wir bargen die Segel und manövrierten uns ganz vorsichtig zwischen den beiden Riffs auf 318 Grad Peilung in den kleinen Hafen…und erstarrten… der Hafen war so klein und voll, dass ich nichtmal das Boot drehen konnte. Es war kein Liegeplatz frei, also rückwärts wieder raus. Ganz vorsichtig zwischen all den Muringleinen rückwärts aus der 5m schmalen Einfahrt… Ende. Der Hafen war versandt. Vorwärts rein ging, rückwärts raus – keine Chance. Da standen wir nun. Das Megagroße Boot in einem Miniloch von Spielzeughafen. An Land starrten uns die Menschen ungläubig an, was wir denn da machen 🤣

Dann rief ich einem Papa mit zwei Kindern zu, ob ich ihm eine Leine zuwerfen darf. Hey… es war sogar eine deutsche Familie und sie zogen uns beherzt rückwärts aus dem Hafen, während der Motor das flache Wasser umpflügte. Aber es klappte😊👌

Wir fuhren dann zurück nach Nexö und dort ging dann der Motor beim Anlegen wieder mal aus. Leider konnte wir ihn nicht wieder zum Laufen bringen. Somit ist der Plan von morgen früh im 4 Uhr anzulegen ad acta gelegt. Immerhin konnten wir nach einigen Versuchen einen Monteur auftreiben, der morgen um 9 Uhr vorbeikommen möchte.

Schöner Mist, kurz vor Ende der Reise. Aber so ist eben Individualabendheuerurlaub. Um die Stimmung etwas zu heben grillen wir auf der Mole.

24 Meilen gesegelt.

850 Meilen auf der Urlaubslogge.

Tag 26: Bornholm/Hammerhus – Christiansö / Frederiksö (Erbseninseln)

Nach einem schönen Bad im Meer haben wir die Leinen in Hammerhus losgeworfen und haben Segel gesetzt um Kurs auf die Erbseninseln zu nehmen. Anfangs war der Wind sehr seicht und wir motoren um die Nordspitze Bornholm herum. Dann bekommen wir Wind und segeln hart am Wind in einem Schlag zu den Inseln. Wir segeln eine kleine Privatregatta mit einer polnischen Yacht, welche wir haushoch gewinnen 😊

Nach 17 Seemeilen machen wir in einem der schönesten Ostseehäfen fest, mit dem Heck an der Boje. Ich bin schon einige Male hier gewesen und war war immer traumhaft schön. So auch heute, wo wir bei 25 Grad und Sonne beim Inselrundgang ganz schön ins Schwitzen kommen. Anschließend springen Klaus und ich an dem Badesteg zwischen den Felsen ins Wasser und erfrischen uns in glasklarem Wasser. Was geht’s uns gut, so gegen Ende des Urlaubs…

826 Meilen auf der Urlaubslogge. Die 900 werden wir knacken 😊

Bornholms Nordspitze

Super Segelstunden

Regattatrim auf der Kante

Christiansö

Tag 25: Ystad – Bornholm / Hammerhus

Der Wecker klingelte um 6 Uhr, um 6.55 Uhr haben wir dann die Leinen losgeworfen. Der Wind steht leicht aus Nord-Ost, bis gegen 11 Uhr haben wir eventuell ein passendes Windfenster aus Ost. Daher laufen wir früh aus und lassen das schöne Ystad achteraus. Wir setzten dann direkt die Segel und konnten tatsächlich hoch am Wind an der Küste von Schonen entlang segeln und Bornholm direkt anliegen. Es lief gut bei leichtem Wind, wir nutzen auch jede Trimmmöglichkeit am Boot aus, spielten mit den Holepunkten um das Vorsegel dicht, aber bauchig zu machen, lockerten das Unterliek vom Großsegel maximal, packten das Crew Gewicht nach Lee… es machte richtig Spaß und die Kiste lief.

Eine Stunde Windpause ab 11 Uhr traf tatsächlich ein und wir dieselten etwas gen Bornholm. Danach frische der Wind auf und die Genua war fast zuviel Segelfläche. Chillax rannte wie ein Wildpferd und pflügte durch die See.

Zwei kurze Holeschläge bis zum Hafen Hammerhus und wir lagen um 14.30 Uhr im Hafen und bestaunen die Umgebung. Bisher bin ich hier diverse Male dran vorbeigesegelt…ein großer Fehler!

Klaus und ich gingen erstmal baden und genossen das Wasser und die Sonne. Anschließend machten wir uns auf kleinen Pfaden auf zur Schlossruine Hammerhus und wurden mit beindruckender Natur bei bestem Wetter belohnt. Es ist wunderschön hier, daher heute besonders viele Fotos 😊

38 Seemeilen heute gesegelt, von Südschweden ist es nach Bornholm ein Katzensprung. Man kann von der Mitte des Weges sowohl die schwedische Küste sehen als auch Bornholm.

809 Seemeilen auf der Urlaubslogge.

Tag 24: Hafentag Ystad

Früh war die Nacht vorbei, da im Fährhafen nebenan laut gearbeitet wurde. Nach dem Frühstück machen wir uns nochmal an den Motor. Da die Starterbatterie immer noch schwach auf der Brust ist wegen der gestrigen Malträtierung, überbrücken wir mit einem Starthilfekabel von den Versorgerbatterien. Wieder die Dekompressionshebel auf, damit der Motor weniger Kraft aufwenden muss. Seeventil zu, damit nicht noch mehr Wasser in den Auspuff geschaufelt wird. Einspritzdüsen auf…nach einigen Startversuchen kommt endlich Diesel aus der Düse. Also Düse schnell zuschrauben, Dekompressionshebel wieder umlegen und er fängt an zu husten. Nach einigen Versuchen läuft der Jockel endlich und spuckt die restliche Luft aus. Dann läuft er seidenweich für seine 27 Jahre. Alles ist wieder gut 😊👌

Duschen und Stadt besichtigen. Die Sonne brennt. Wir haben bestes Wetter. Wolkenfrei, kaum Wind, 23 Grad.

Ystad ist wirklich schön. Ohne große Sehenswürdigkeiten aber eine durchunddurch hübsche und beschauliche Stadt. Absolut eine Reise wert. Wir laufen Kreuz und quer und wieder zurück. Einfach wunderschön hier.

Abends habe ich dann in der Dämmerung noch schnell das Vorsegel für morgen gewechselt. Bei dem erwarteten leuchten Wind ist die Genua doch geeigneter. Dabei bin ich dann ohne Schuhe auf den Steg gehopst und habe mir den Zeh an einem Metallbügel gebrochen. Tut schon etwas weh 🤣 also… Immer Schuhe anziehen ☝️

Anbei diverse Impressionen.

Gute Laune nach geglückter Motorreparatur

Das arme Ding…

Süße, liebevoll gepflegte Häuser und überall Rosen vor den Türen

alte Brauerei

alter Stadtgraben

Das Kloster von Ystad

Tag 23: Falsterbokanal – Ystad

Um 7 Uhr klingelt der Wecker, damit wir in Ruhe duschen und frühstücken können. Die Brücke öffnet laut aktueller Seekarten stündlich zur vollen Stunde ab 7 Uhr. Nur um 8 Uhr nicht. Also haben wir zwei Stunden Zeit 😊

Als Alex gegen 8 Uhr duschen ist klingelt die Brücke und öffnet sich. Komisch, aber nun gut. Wir frühstücken, machen das Boot klar und legen um 8.50 Uhr ab. Als wir der Brücke näher kommen sehen wir eine LED Laufschrift die besagt, dass die 9 Uhr Brückenöffnung ausfällt. Supi. Also stimmt die Seekarten nicht. Wir legen wieder an und warten ein Stündchen. Um 10 Uhr bekommen wir dann die Öffnung und Motoren durch den Falsterbokanal. Draußen auf dem Meer setzen wir die Segel und legen Kurs Ystad. Wir müssen gegen den Wind kreuzen und laufen mit 5 bis 6 Knoten ideal. Später, kurz hinter Gislovs Läge schläft der Wind ein und wir nehmen den Motor zu Hilfe, Segel bleiben aber stehen. Bei bester Sonne genießen wir die Fahrt, lesen, schlafen, essen 😊 Die schwedische Südküste ist wirklich hübsch. Keine Schären, aber landschaftlich attraktiv.

Kurz vor dem Ziel hat der Diesel wieder Drehzahlschwankungen, wie schon in den Schären. Es ist wohl immer noch Wasser im Diesel. Wir retten uns in Schleichfahrt mit Vorsegel und Motor im Standgas in den Hafen und finden auch gleich einen Platz.

18.00 Uhr, 45 Seemeilen mit diversen Kreuzschlägen gegen den Wind.

Wir machen uns an den Motor und wechseln den Kraftstofffilter und leeren den Wasserabscheider. Es ist wirklich eine Menge Wasser im Sprit. Muss wohl im Winter mal den Tank ausbauen und reinigen.

Dann versuchen wir den Motor zu entlüften. Pumpen, Schrauben, Kleckern. Es will uns einfach nicht gelingen. Wir rufen Norbert an und lassen uns Tips geben. Videotelefonie… Auch vergeblich. Irgendwann ist die Batterie leer und wir sind ratlos.

Wir geben auf und machen morgen weiter.

Klaus kocht noch schnell ein Reisgericht und ich springe unter die Dusche um den Dieselgeruch loszuwerden.

Morgen sehen wir weiter…und schauen uns Ystad an.

771 Seemeilen auf der Urlaubslogge

Schönwettersegeln

Ystad

Tag 22: Gilleleje – Falsterbokanal/Höllviken

Mit der Sonne aufgewacht, traumhaftes Wetter, absolute Windstille. Klaus und ich gehen anstatt duschen 30 Minuten im Meer baden. Was für eine erfrischende Wohltat. So könnte ein Tag immer beginnen. Nach einer kurzen Süßwasserdusche für das Boot um die Salzkruste loszuwerden und einem leckeren Frühstück, geht es um 10.25 Uhr los. Wir legen in Gilleleje ab und fahren den ganzen Tag bei absoluter Windstille. Was für ein Kontrast zu gestern 😮

Es geht an der Nordküste von Seeland in den Öresund. Stunde um Stunde brennt die Sonne, dass wir sogar einen Sonnenschutz aufbauen.

Später dann an der Insel Ven vorbei, zwischen Kopenhagen und Malmö hindurch. Wir entscheiden uns für die Brückendurchfahrt. Es ist unglaublich wenig Schiffsverkehr, so dass wir sogar die Hauptdurchfahrt nehmen können. Abends überlegen wir dann spontan anstatt um das Falsterboreff zu fahren, dass wir den Falsterbokanal nehmen. Den kennen wir noch nicht. Um 20.40 Uhr laufen wir dann in den Hafen Höllviken ein. Der liegt direkt vor der Klappbrücke.

Abends zaubern wir eine Gemüsepfanne und sind sehr zufrieden mit der Welt.

53 Seemeilen heute geschafft.

726 Seemeilen auf der Urlaubslogge.

Gilleleje

Der Gummiadler umkreist uns

Sonnenschutz ist angebracht

Insel Ven im Öresund

Malmö

Kopenhagen

Hallo Schweden, mal wieder

Windpark ohne Wind

Höllviken

Tag 21: Anholt – Gilleleje/Seeland

Der Wecker klingelt um 8.00 Uhr. Alle sind schon wach, tun aber so, als ob sie noch schlafen. Keiner will nach draußen gucken, denn die Geräuschkulisse lässt erahnen, was die Wettervorhersage angekündigt hatte… 6 bis 7 Bft. aus südöstlicher Richtung. Folglich steht die Welle voll auf den Häfen, der Wind drückt das Boot quer an den Steg. Das Boot ist mit 8 Fendern abgefendert, aber es knarzt und quietscht. Der Wind im Rigg lässt das Boot im Hafen schräg liegen. Wir gehen duschen, schauen von der Mole aufs Meer… Keine Option, jetzt raus zu fahren. Beim Frühstück entscheide ich als Skipper, dass wir abwarten. Allgemeine Erleichterung macht sich breit und die Stimmung steigt schlagartig.

Option 1: Wir warten bis mittags. Sollte der Wind auf 6 Bft. zurück gehen, fahren wir noch los. Es sind knapp 50 Seemeilen bis Gilleleje auf Seeland. Da ich im Schnitt mit 5 Knoten Fahrt rechne, währen das 10 Stunden. Dann kommen wir eben im Dunkeln an.

Option 2: wir fahren morgen früh um 5 Uhr los. Der Wind soll abflauen. Notfalls dann unter Zuhilfenahme der Dieselgenua.

Nach dem Frühstück machen wir noch ein kleines Nickerchen und geben uns unseren Gedanken hin. Um 12.30 Uhr schaut Klaus raus und stellt fest, dass der Wind etwas schwächer pfeift.

Kurzes Abstimmen und wir sind uns einig… Auslaufen! Innerhalb von 20 Minuten sind wir ablegeklar, umgezogen und los geht’s.

Da der Wind uns voll auf den Steg drückt, fahren wir abgefendert in die Spring bis das Boot schräg am Steg liegt und fahren dann Vogas zurück. Ein perfektes professionelles Ablegemanöver. Bin stolz auf meine Crew.

Im Hafen setzen wir das Großsegel im 2.Reff und laufen unter Motor aus dem Hafen. Es knallt, scheppert und die Achterbahn geht los.

Dann Rollen wir das Vorsegel aus und laufen am Wind mit Schrick in den Schoten 7 Knoten.

Die Wellen haben bis zu 3m Höhe und Alex wird schwer seekrank. Ich hole Tabletten und es stabilisiert sich etwas.

Nach 48 Seemeilen, 6.2Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit, 8.9 Knoten Topspeed laufen wir um 20.30 Uhr bei Sonnenuntergang in den Hafen Gilleleje auf Seeland ein.

Es war ein unfassbar schneller Trip, geniales Segeln. Ich bin dermaßen begeistert von meinem Boot.

Wir machen einen kurzen Eintopf, trocknen unsere Sachen und fallen in die Koje.

673 Seemeilen auf der Urlaubslogge.

Bewegte See am frühen Morgen

Sonnenuntergang auf See vor Seeland

Tag 20: Anholt

Heute haben wir einen Erholungstag eingelegt, uns Fahrräder gemietet und sind quer über die Insel gefahren / gelaufen. Insgesamt 18.5 km waren wir unterwegs, davon etwa ein Viertel mit dem Rad. Den Rest haben wir die Räder durch die „Wüste“ geschoben. Traumhafte Natur, Seehunde gesehen… Das ist hier tatsächlich mitten in der Ostsee ein kleines Paradies. Ein wunderschöner Tag liegt hinter uns.