29.05. – Lauenburg – Weißes Moor

Um 7.58 Uhr haben wir in Lauenburg die Leinen losgeworfen und sind auf die Elbe eingebogen. Stromabwärts sind wir bis zum Abzweig in den Elbe Seiten Kanal gefahren und weiter bis zum Schiffshebewerk. Ein langer Tag durch den Kanal mit Ziel Fallersleben im Mittellandkanal sollte es werden. Um 9.05 Uhr waren wir am Hebewerk Lüneburg-Scharnebeck und mussten eine Stunde auf die Einfahrt und den 36m Hub warten. Etwas über 4 Stunden später standen wir dann an der Schleuse Uelzen und mussten mitansehen, wie ein Frachter nach dem anderen von hinten kam und geschleust wurde. Da Berufsschifffahrt immer Vorrang hat, kamen wir erst 3 Stunden später zum Zuge (und auch das nur, weil der Schleusenwärter wohl Mitleid hatte). Zum Glück war das Wetter warm und sonnig, so dass wir vor uns hin schmorten 😊

Nachdem wir dann um 17.55 Uhr die Schleuse Uelzen hinter uns hatten war klar, dass wir unser Tagesziel bei Licht nicht mehr erreichen konnten und fuhren bis zur Liegestelle Weißes Moor in der Lüneburger Heide. Es fehlten uns knapp 25km zum Hafen Fallersleben im Mittellandkanal, wo wir gerne wieder eingekehrt wären.

An der Liegestelle um 21.30 Uhr nach knapp 100km angekommen, die für Sportboote genau 30m lang ist, fanden wir ein einzelnes Motorboot vor, welches seine 7.50m Gesamtlänge genau in die Mitte geparkt hatte. Somit mussten wir den Eigner herausrufen und nett bitten, seine Prachtyacht etwas zu verholfen, damit wir auch noch Platz hätten. Naja, Motorbootfahrer eben… 😅😏 Etwas mürrisch tat er uns dann den Gefallen, nicht ohne uns verbal noch einen mitzugeben. Kurz danach kamen dann lustigerweise noch zwei große Motorboote und ein weiterer Segler, so dass wir dann alle in einem großen Päckchen lagen und der nette Motorbootmann nun völlig eingebaut war 😂 Charma…

Da wir als Erste um 5 Uhr ablegen wollten, hatten wir uns auch nochmal verholt und das große Motorboot direkt an die Spundwand gelassen. Es folgte ein kurzer aber sehr lustiger Abend mit lustigen Leuten, LED Hoolahopp Reifen, alkoholtrinkenden Kindern und heiteren Geschichten. Dazu etwas Rotwein und Erdnüsse und dann ab in die Koje. Um 4.45 Uhr klingelt der Wecker. Wir haben viel Strecke aufzuholen.

Lauenburg
Die Elbe
Kaum Wasser, kaum Strömung. Teilweise nur 70cm Wasser bei Dömitz.
Einfahrt in den Elbeseitenkanal
Warten vor dem Schiffshebewerk
Schiffshebewerk Scharnebeck
Entspannter Skipper
Schleuse Uelzen
Liegestelle Weisses Moor

28.5. Lübeck – Lauenburg

Nach einer erholsamen Nacht gab es eine schöne heiße Dusche und gegen 8.10 Uhr haben wir den SV Trave verlassen. Wir fuhren durch Lübeck und weiter in den Elbe Lübeck Kanal, eine wunderschöne Wasserstraße mit 7 Schleusen und 10kmh Höchstgeschwindigkeit. An der ersten Schleuse Büssau mussten wir noch 30 Minuten warten, dann gab es quasi in der Folge die grüne Welle bei den Schleusen. Keine weitere Wartezeit in den Schleusen Krummesse, Berkenthin, Behlendorf, Donnerschleuse, Witzeeze und Lauenburg. Es war ein Bestwettertag. Um die 20 Grad und Sonne pur. Wahnsinn. Was hatten wir auf dieser Strecke letztes Jahr, Anfang April für eiskaltes Wetter…

Gegen 18 Uhr legten wir in der Marina Lauenburg an und Wolfgang lud im Hafenrestaurant zum Essen ein. Danach gab es noch einen Spaziergang den Berg hinauf zur Tankstelle. Nun haben wir insgesamt 100 Liter Diesel dabei und kommen damit wohl den Rest der Saison aus 😅

Heute 67km im Kielwasser

Schon schön hier
Marina Lauenburg an der Elbe
Ab zur Tankstelle

27.5..Kühlungsborn – Lübeck

Morgens um 7.30 Uhr nach einer schönen Dusche bei völliger Windstille in Kühlungsborn abgelegt und völlig wreignislos bei bestem Wetter an Rerik, Wismar etc. vorbeimotort. Die Dieselgenua lief durchgehend und die Segel blieben unten. Wir liefen in Travemünde ein und fuhren die Trave hoch bis zum. SV Trave in Lübeck. Hier legten wir in einer kurzen Präzisionsaktion den Mast. Immer schön hier 👌

Wir treffen hier auch auf die Chillax, mein altes Boot, das ich im Frühjahr verkauft hatte. Sie ist anders herum auf dem Weg von Berlin nach Ueckermünde.

Wolfgang kocht lecker Nudeln mit Pesto, wir schauen auf dem Notebook Leipzig gegen Hertha und sind zufrieden mit dem Tag

26.5.20 – Tag der Überraschungen

Nachdem wir gestern das Boot klar für die Überführung nach Mönkebude gemacht hatten, fiel heute beim Frühstück im Cockpit  die Entscheidung, dass wir doch in Richtung Lübeck fshren und dann direkt nach Berlin überführen. Ich hatte vom polnischen Grenzschutz heute früh die Absage einer Transiterlaubnis erhalten. Somit ist völlig unklar, ob und wann ich durch Polen nach Deutschland komme und das Boot nach Berlin bringen kann. Da wir ja einen Tag Zeit gewonnen haben, könnte das mit straffem Zeitmanagement funktionieren. Wolfgang Idee… wenn etwas schief geht… 😈

Also ab nach Warnemünde Motor und dann… nach nichtmal 20 Minuten stand die Temperaturanzeige im roten Bereich. Gestern erst hatten wir doch einen Service machen lassen. Also Segel hoch und zurück. Erst machte uns der Monteur Angst, dass der Motor präfinal wäre, aber dann hatte er gestern wohl doch nicht genug Frostschutz in den inneren Kühlkreislauf gefüllt. Ein Stein fiel vom Herzen. Motor an und los. Temperatur blieb konstant und wir fuhren nach Warnemünde. Draussen setzten wir die Segel und liefen hoch am Wind Richtung Kühlungsborn. Leider wurde der Wind schnell weniger und wir ließen den Motor bis Kühlungsborn mitlaufen. Hier kamen wir gegen  18.25 Uhr an und genossen den Abend in schönstem Sonnenlicht. Ein kleiner Spaziergang über den Strand, die Seebrücke und die Promenade rundeten den Tag ab.

20 Seemeilen auf der Logge

Warnemünde achteraus
Bestwettersegeln
Kühlungsborn Ansteuerung
Marina Kühlungsborn
Die Sonne brennt
Kulinarischer Hochgenuss
Wow
Wolfgangs kreative 2 Minuten
Seebrücke Kühlungsborn

Ein sehr schöner Tag geht zu Ende. Wir waren mal wieder spontan und improvisieren, aber dafür sind wir ja bekannt 😊

Saisonstart…

vorgezogen 😊

Früh morgens in Berlin gestartet, kommen wir gegen 10 Uhr in Rostock an. Am Boot wird schon gearbeitet, der Werft Chef persönlich versucht Scharniere der Backskiste zu wechseln. Leider muss man dazu in die Backskiste rein, um die Kontermuttern zu lösen. Zufällig habe ich meinen kleinen und schlanken Freund Wolfgang dabei, der da rein krabbelt. Schnell sind die Scharniere gewechselt und prompt bekommem wir das Angebot schon heute gekrant zu werden. Wir freuen uns, denn so gewinnen wir einen ganzen Tag. Kurz die Registriernummer noch angeklebt, schon kommt der Traktor mit dem Hubwagen und fährt das Boot zum Kran. Dank Corona stehen wir nur daneben und schauen zu, wie die Jamboree in die Warnow gekrant und gleich auch der Mast gestellt wird. Dann kommt noch der Motorservice und wechselt den Impeller und das Öl. So können wir beruhigt den Törn anfragen. Den Rest des Tages verbringen wir mit dem kompletten Aufbau des Bootes, Anschlägen der Segel, Trimmen des Riggs und einräumen. Wir gegen einkaufen und essen Fischbrötchen bei Backfisch Udo. Oft gehört und dennoch vergessen… die Monsterkillermöwen am alten Strom. Wir werden ohne Ankündigung von hinten von drei riesigen Möwen attackiert, die mir mein Brötchen aus der Hand reissen. Ich habe sie nicht kommen sehen, haben sich wie Grier vom Himmel gestürzt. Völlig irre.

Ein langer, fleißiger und effektiver Tag geht mit einem Rotwein in der gemütlichen Kajüte zu Ende 😊

Kiel / Rostock – zwei Boote in den Startlöchern

Corona hat uns viel Zeit gekostet, alle Planungen und Termine mehrfach über den Haufen geworfen…doch nun ist es soweit. Wir dürfen sowohl nach Schleswig-Holstein einreisen und jetzt auch nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Urlkaubsplanung wurde mehrfach angepasst und nun überschlagen sich die Termine.

Am 26.05. kommt die Optima ins Wasser, am 05.06. die Westerly. Polens Grenzen sind weiterhin zu.

Himmelfahrt genutzt und früh morgens nach Kiel zur Westerly gefahren. Wir haben viel geschafft. Beide Toiletten erneuert, das undichte Fenster wieder fertig montiert, einen Borddurchlass der Küche erneuert und die Sprayhood angebracht. So langsam ist die Westerly startklar. Für mich der letzte Besuch vor dem Krantermin, da ich nun die Optima überführen muss. Norbert hat noch einige Besuche vor sich um diverse Kleinigkeiten zu erledigen.

WC vorne
WC hinten
Neu
Auch neu
Fast fertig

Abends sind wir dann direkt weiter nach Rostock gefahren und haben die erste Nacht an Bord verbracht – hoch oben auf dem Bock 🙂 Schon ein wahnsinns Gefühl nach so vielen Jahren wieder auf genau diesem Boot zu schlafen. Nach einem schönen Frühstück im Cockpit in der Sonne haben wir dann das Auto aus- und das Boot eingeräumt. Wahnsinn, was in einen Octavia Combi so alles reinpasst 🙂 Auch hier ist das Wichtigste erledigt und an Bord. Am Montag fahren wir dann zum Boot, kranen Dienstag und werden in der Woche das Boot nach Mönkebude überführen und einen Frühsommertörn machen.

nach 10 Wochen Wartezeit – Kiel und weitere Pläne

Am Wochenende 21.-23.02..2020 waren wir das letzte Mal am Boot in Kiel. Wir haben damals den Kiel entrostet, das Unterwasserschiff gestrichen, den Fäkalientank für das vordere WC entfernt und das undichte Fenster angefangen abzudichten und die Niedergangstreppe zur Überholung demontiert. Wir haben im Dauerregen gearbeitet und eine Baumarktplane über uns gehalten. Trotzdem hatten wir viel geschafft…

     

Dann kam Corona…

… und nach 10 Wochen konnten wir endlich wieder in SH einreisen und zum Boot. Alles hat sich verschoben. Der Krantermin wurde auf den 10.06. gelegt und wir haben fleißig gewerkelt. Natürlich wurde auf den Sicherheitsabstand geachtet.

Putzkraft Wolfgang

Haustechniker Norbert

Ich, der Antreiber 🙂

In Plön haben wir ein Hotel in idyllischer Umgebung gefunden

Nach einer intensiven Poliersession glänzt die dicke Berta wieder… zwar nicht überall, aber fast überall 🙂

Wichtigste Erkenntnis des Wochenendes: Der Motor läuft! Sprang nach 2,5 Jahren Standzeit an Land sofort an und lief perfekt. 🙂

 

Tja, strammes Programm mit den zwei Booten steht nun an. MeckPomm lockert wohl die Coronamaßnahmen ab dem 25.05., so dass ich dann auch wieder nach Rostock zur Optima darf.

 

optimistischer Fahrplan (so Corona will):

21.05./22.5.

Kiel – beide Toiletten erneuern,  Niedergangstreppe einbauen, Fenster fertig machen (Innenrahmen wieder montieren etc.) – Westerly

25.05. 

Anreise Rostock, Optima 92 reinigen und fürs Kranen vorbereiten

26.05.   

Kranen Rostock, Maststellen, Motorservice

27.05. – 30.05. 

Überführung der Optima 92 von Rostock nach Mönkebude

31.05.

Abholung durch meine Schwester in Mönkebude, mein Auto in Rostock wieder abholen und zurück nach Berlin

06.06.-07.06.

Wochenende in Mönkebude – Entspannung/Kurzurlaub

08.06

Kiel – Anreise, Westerly fürs Kranen vorbereiten, letzte Arbeiten

10.06.

Kranen in Kiel in den NOK, Schleuse Holtenau, Verholen in einen Hafen in Kiel und Boot für die Überführung klarieren

12.06. – 19.06.

Überführung der Westerly von Kiel nach Mönkebude

20.06. – 27.06.

Überführung der Optima 92 von Mönkebude über Stettin nach Berlin

28.06.

Auto aus Kiel abholen

 

In der Coronalangeweilenervphase hatte ich mich ja ein bisschen kreativ mit meiner Grafikerin ausgetauscht 🙂 ich finds gut gelungen

 

 

 

 

Coronapause 2020 – jetzt geht es endlich weiter

Die Coronapause hat uns alle lahmgelegt und einen dicken Strich durch sämtliche Rechnungen gemacht. Ich hoffe, Ihr seid alle gesund durch die Krise gekommen und bleibt es auch.

Endlich wird der Lockdown gelockert.  Endlich tut sich was in Sachen Einreiseverbote in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein.

Der Plan sieht aus, wie folgt:

Krantermin 26.05.20 Rostock, dann kann die Optima 92 in der 22. KW nach Mönkebude überführt werden. Ich habe am 25.05. die Aufgabe, das komplett leere Schiff auszurüsten, einzuräumen und fertig für ein paar Tage segeln zu machen. In Mönkebude habe ich meinen Saisonliegeplatz, auf dem dann eigentlich die Westerly 35 Falcon liegen soll. Die Westerly wird wahrscheinlich am 10.06.20 in Kiel gekrant und direkt nach Mönkebude überführt. Dies wird in der 24./25. KW stattfinden. Dann muss die Optima 92 von dem Platz in Mönkebude weg und wird hoffentlich in der 26. KW weiter nach Berlin überführt, falls dann wieder durch Polen gefahren werden darf.  Wenn nicht, muss ich mir für die Optima in Ueckermünde einen Gastliegeplatz suchen.

 

Dieses Wochenende dürfen wir endlich nach vielen Wochen des Wartens nach Kiel fahren und an der Westerly arbeiten. Da das Boot mehrere Jahre an Land stand, gibt es da noch einigen Reparatur- und Pflegebedarf, bevor das Boot gekrant werden kann.

Es gibt einiges zu organisieren. Keiner weiß, wie sich die Lage entwickelt. Drücken wir uns die Daumen, dass wir noch eine gute Restsaison erleben können und alle gesund bleiben. Mit ein paar einfachen Regeln sollte die Chance dazu ganz gut sein.

 

Derweil habe ich schonmal meine Grafikerin beschäftigt und mir für die Optima ein eigenes Logo anfertigen lassen. Ich finde es schön 🙂

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Bis bald.

 

Neue Seite eingerichtet: Dehler Optima 92

Im Menü dieser Internetseite – www.kiehlboot.de – findet Ihr eine neue Unterseite „Dehler Optima 92“.

Hier werden nun allgemeine Informationen rund um die Optima 92 / 98a zur Verfügung gestellt.

Ich habe meine Originalunterlagen abfotografiert, diese zu PDFs umgewandelt und verkleinert. Somit konnte ich sie online zur Verfügung stellen.

  • Originalkatalog
  • Eignerhandbuch von Dehler
  • Pflegehandbuch von Dehler

Dazu auch gleich der schöne Umbautipp von hydraulischer Radsteuerung auf Seilzuglenkung.

Werde weitere Infos hier einstellen, wenn ich sie finde oder bekomme.

Dehler Optima 92

Ansonsten…bleibt gesund! Durchhalten. Bald wird wieder gesegelt.

COVID-19 – Corona Krise auch im Wassersport

COVID-19, Corona-Krise, chinesischer Virus, Wuhan-Virus, SARS-CoV-2, wie auch immer der Virus in diesen Tagen auch genannt wird…die Welt wehrt sich!

Unsere Generation steckt in der schlimmsten Gesundheitskrise, die sie je erlebt hat und ja, auch wir Wassersportler, sind extrem beschränkt und betroffen. Ja, es sind „Luxusprobleme“, aber es so hat eben jeder seine persönlichen Probleme und Einschränkung der Bedürfnisse in dieser Krise. Dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf die Auswirkungen auf unser Hobby. Natürlich gibt es wichtigere Probleme, aber darum geht es hier jetzt nicht.

Krise…was ist eigentlich eine Krise? Laut WIKIDEPIA bezeichnet eine Krise im Allgemeinen einen Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung in einem natürlichen oder sozialen System, dem eine massive und problematische Funktionsstörung über einen gewissen Zeitraum vorausging und die eher kürzer als länger andauert.

Tja, also stecken wir Wassersportler nun tatsächlich in einer Krise. Draußen scheint die Sonne, bestes Wetter. Mein Boot in Rostock ist fertig zum Kranen, alles abgeplant, geputzt, gewienert und vorbereitet. Der Termin am 03.04. in Rostock ist nun abgesagt worden, weil die Häfen in MeckPomm schließen mussten. Ich komme durch das Einreiseverbot nach Meck Pomm weder zum Boot nach Rostock, noch zum Boot nach Schleswig-Holstein, da auch SH Einreiseverbot erlassen hat. Termin in Keil am 29.04. ist auf Ende Mai verschoben. Ich komme derzeit also zu keinem der Boote. Die Optima aus Rostock soll über die Oder nach Berlin. Polen hat auch die Schotten dicht. Derzeit geht gar nichts.

Ich wohne in Berlin und habe täglich beruflich viel Kontakt mit Menschen. Wenn ich alleine am Boot arbeite, dann stecke ich niemanden an und werde auch nicht angesteckt. Mehr Abstand als auf dem Boot, kann ich ja kaum haben. Weder an Land, noch im Wasser. Sehr ärgerlich, da ausgerechnet dieses Frühjahr mit zwei Booten, zwei Kranterminen, zwei Bootsüberführungen extrem durchorganisiert und verplant war.

Schauen wir, was kommt.  Manche Regelungen sind sinnvoll, aber manches halte ich für absolut übertrieben. Kontaktverbot JA, Abstand halten JA, Schutz JA, alles sinnvoll, aber Reisebeschränkungen zwischen einzelnen Bundesländern? NEIN. Absolut sinnfrei, meiner Meinung nach. Alles wird sich nach Ostern stauen und stapeln, alles wird und muss ja wieder hochfahren. Dann ist COVID-19 aber noch lange nicht „weg“. Wir werden uns eh fast alle damit infizieren oder hatten es sogar schon. Damit müssen wir rechnen und leben. Wir strecken nur den Zeitraum etwas, wir stecken uns nicht alle gleichzeitig an.

Das ist MEINE Seite, MEIN Blog und MEINE Meinung. Ich arbeite in einem „systemrelevanten Beruf“ und sichere den „sozialen Frieden“. Klingt wichtig. Von uns spricht aber niemand. Wir sind da, weil man es von uns erwartet. Wir stehen nicht in den Medien, für uns klatscht niemand. Wir sind da, funktionieren. Von 40 Mitarbeitern habe ich grad noch ein Viertel zur Verfügung. Wir werden diese Krise überstehen und bin auch sicher, dass wir noch eine schöne Saison 2020 erleben werden. Dann eben mit etwas verspätetem Start.

Ach ja, ehe ich es vergesse…mit Herzproblemen und schwerem Asthma seit meinem 11. Lebensjahr gehöre auch ich zur Risikogruppe. Trotzdem steht mein Leben nicht still, es verlangsamt sich derzeit einfach. Auf dem Wasser wäre ich weitgehend sicher und könnte sehr gut allem entfliehen. Hier in der Bundeshauptstadt NICHT.

  • Wo ist der Sinn, dass Kleingärtner in ihre Schrebergärten dürfen, wir aber nicht auf unsere Boote?
  • Wo ist der Sinn, dass ich in meiner Wohnung/meinem Haus kein – „Kontaktverbot“ habe und eine Party veranstalten kann (was ich natürlich nicht tue)?

Ich habe 4 Kinder, die wir getrennt haben. 2 wohnen jetzt bei mir, 2 bei der Mutter, damit der Lagerkoller nicht zu groß wird. Ich gehe 9-10 Stunden am Tag arbeiten und die Kids sind in dieser Zeit auf sich alleine gestellt (mobiles Arbeiten für uns nicht möglich, da Systemüberlastung). Ich sehe meine Freundin seit 3 Wochen nicht, da sie auch 2 Kinder hat und wir das Ansteckungsrisiko minimieren wollen. Wir sind nicht leichtfertig und ganz sicher nicht unvorsichtig. Aber manche Entscheidungen gehen mir gehörig auf den Keks, auf den Doppelkeks!

Alles wird gut! Irgendwann. Bestimmt. Bleibt gesund!