Rücktour 2021 – Jamboree auf dem Weg ins Winterlager nach Berlin

Nun war es soweit, die Boote müssen mal wieder ins Winterlager. Im Vorfeld gab es einige Überlegungen, was, wie, wann? Bei der Jamboree müssen die drei Ruderlager erneuert werden. Da ich nicht weiß, ob ich das alleine machen kann, muss da ein Bootsbauer bereit stehen. Die Überlegung war, das Boot in Stettin zu überwintern und dort reparieren zu lassen. Letztlich habe ich in Berlin einen Bootsbauer gefunden, der das machen wird, daher sollte die Optima 92 nun doch nach Berlin. Eigentlich war der Plan, beide Boote gleichzeitig nach Berlin zu holen, habe mich aber kurzfristig dafür entschieden, den Spaekhugger in Mönkebude in die Winterlagerwerft zu geben. Meine Freunde Carl und Klaus haben sich bereit erklärt, diesen letzten Törn mit mir zu machen. Tolle Besetzung, die nicht besser hätte sein können. Wir haben festgestellt, dass wir zuletzt 2011 in dieser Kombination die Regatta Rund Bornholm gesegelt sind. Wie die Zeit vergeht…Wir reisten am Samstag, den 16.10.21 früh an, verproviantierten uns in Ueckermünde, machten die Jamboree segelklar und ich führte nochmal Spaeki vor. Der Wind kam perfekt aus W um 2-3 Bft. Wir legten um 11.40 Uhr ab in Mönkebude, setzten noch im Hafen die Segel und ab ging die Reise gen Polen, Ziel offen. Die Tage werden ja immer kürzer, schauen wir, wie weit wir kommen. Traumhaftes Raumschotsegeln, wir kreuzten zwischen den Fischernetzen hindurch, gefühlt deutlich mehr als im Sommer. Die Jamboree rauschte mit teilweise über 7 Knoten Fahrt durchs Haff, es war ein Heidenspaß. Unfassbar herrliches Segeln führte uns an Ueckermünde und Alt Warp vorbei auf die polnische Seite des Haffs und dann auf Höhe Trzebiez (ehemals Ziegenort) entschieden wir dann, doch direkt dort einzulaufen. Bis zum Dammschen See wären es nochmal 18 Seemeilen, dann würden wir in die Dunkelheit einlaufen, was wir nicht wollten. Also bargen wir letztmalig die Segel für diese Saison und machten um 16.30 Uhr in Trzebiez fest. In der Dämmerung schlugen wir dann noch die Segel ab, bevor der Nachttau die Segel wieder befeuchten konnte. Ein kleiner Rundgang durch den Hafen, der wirklich angenehm ist, dann suchten wir eine Restauration und fanden ein uriges Restaurant am Hafen, das offenbar eine längere Historie hatte. Das deftige polnische Essen war großartig. Danach suchten wir noch den Hafenmeister auf und vereinbarten, dass wir sogar am nächsten Tag um 12 Uhr dort direkt den Mast legen konnten. Damit hatten wir hier gar nicht gerechnet.

25 Seemeilen im Kielwasser.

Am 17.10.21 bereiteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück alles zum Mastlegen vor und waren um 12 Uhr startklar. Leider verzögerte sich am Kran ein Termin, so dass wir eine Stunde länger warten mussten. Allerdings ging es dann, dank der hervorragenden Vorarbeit, schnell. 21 Euro fürs sehr behutsame und achtsame Mastlegen fand ich sehr fair. Innerhalb von 15 Minuten lag der Spargel verzurrt an Deck und wir legten letztlich um 14.40 Uhr ab, Ziel Dammscher See, AZS Stettin. Dort lasse ich meine Segel bei AST Sails zum Wintercheck. Wir motorten die Oder runter und bogen in den Dammschen See ein. Kurz vor dem Ziel erwischte uns dann doch noch eine Nebel- und Regenfront. Um 17.40 Uhr machten wir im AZS fest. Abends kochten wir an Bord und hatten einen wirklich schönen Abend. Komisch, mal zur Abwechslung nicht hier den Mast zu legen.

18,5 Seemeilen im Kielwasser

Der 18.10.21 begann regnerisch. Klaus wollte bei AST Sails seine Sprayhood erneuern lassen und ich meine Segel zum Wintercheck geben. Da wir erst gegen 9 Uhr dort jemanden antrafen, und ich meine Segel los wurde, konnten wir um 9.20 Uhr ablegen. Ziel: Oderberg. Die im letzten Winter eingebaute Standheizung lief seit Beginn des Törns ganztägig (und auch nachts durch) und sorgte für sehr angenehme Temperaturen unter Deck. Der Tag wurde regenfrei und immer wieder kam mal die Sonne durch, Völlig problemlos verlief der Tag und auch and er Schleuse Hohensaaten West hatten wir keine Wartezeit. Kurz vor Sonnenuntergang liefen wir um 17.30 Uhr in der Dämmerung in Oderberg ein und konnten auch dort hervorragend essen und trinken.

85km im Kielwasser

Um 6.00 Uhr am 19.10.21 klingelte am nächsten Morgen der Wecker, sehr dunkel und kalt da draußen. Eine Dusche erweckte uns zum Leben und noch bei Dunkelheit legten wir um 6.55 Uhr ab und tasteten uns ins Fahrwasser. Es ist kaum Verkehr, so dass wir das riskieren können und um 7.30 Uhr bei Sonnenaufgang ohne Wartezeit in das Schiffshebewerk Niederfinow einfahren können. Es wird vielleicht eines der letzten Male im alten Hebewerk sein, denn das Neue nebenan ist bereits im Probebetrieb. Das Frühstück unterwegs mit Aufbackbrötchen und Ei ist dann fast ein Brunch, weil erst am späten Vormittag. Wieder haben wir echtes Glück mit dem Wetter. 13.10 Uhr Schleuse Lehnitz, auch ohne Wartezeit! Unfassbar, was wir bis hier an Wartezeit gespart haben. Sonst hängen wir auch mal Stunden vor einer Schleuse. Drei Stunden später an der Schleuse Spandau müssen wir dann tatsächlich mal 15 Minuten warten, weil auf ein Berufsschiff gewartet wird. Die einzige Wartezeit an einer Schleuse auf der gesamten Tour!!! In der Schleuse haben wir dann noch Spaß mit einem Motorbootfahrer, meine Schimpfkanonade erspare ich Euch 🙂

Um 17.00 Uhr machen wir nach 90km im Kielwasser im Klub am Rupenhorn in meinem Liegeplatz fest. Am 22.05. waren wir hier gestartet – fast fünf Monate später machen wir hier wieder fest.

Mönkebude fast leer

Meine Beiden 🙂

Tschüß, Spaeki – Herr von Brummi-Knorz

Crew mit bester Laune

Wie ist das schön!

Trzebiez

Empfehlung!

Mast legen in Trzebiez

Weiter in Richtung Stettin

Jachtklub AZS

Männerwirtschaft

Oderberg – Aufbruch noch im Dunklen kurz vor 7 Uhr

Niederfinow in der Morgendämmerung

Beste Crew! Danke Jungs, es war eine Freude mit Euch

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