Berlin – Mönkebude und eine Woche Segelurlaub

Wir sind zweifach geimpft, haben zwei Wochen Wartezeit hinter uns…nach vielen Recherchen stand fest: wir dürfen nun nach MeckPomm einreisen. Alles Weitere war vage, aber ein Telefonat mit der MeckPomm Hotline stimmte uns mutig. Wir hatten die Impfbücher dabei, einen aktuellen Negativtestnachweis und auch Selbsttests mit an Bord.

22.05.21

Wir legen um 11.30 Uhr in Berlin in unserem Segelverein Klub am Rupenhorn ab. Damit wir in Polen (aktuell noch Risikogebiet) nicht anhalten müssen, fahren wir die Drei-Tage-Strategie. Um 12.00 Uhr liegen wir vor der Schleuse Spandau, im Platzregen stehen wir etwas illegal unter der Straßenbrücke etwas trockener bis die Schleuse auf grün schaltet. Um 13.00 Uhr fahren wir nach der Schleusung aus und weiter geht es über den Tegeler See, Niederneuendorfer See etc. in Richtung Oranienburg, zur Schleuse Lehnitz. Hier kommen wir um 15.30 Uhr an und haben keine sehr lange Wartezeit, so dass wir um 16.48 Uhr weiter reisen können. Um 19.10 Uhr kommen wir in der Marina Marienwerder an und bekommen netten Besuch von einem netten Hamburger Segler und seiner Frau, die jetzt hier am Werbellinsee leben. Wir bekommen warme Pizza und Bier geliefert und haben einen sehr netten Abend zusammen. Das Wetter war sehr gemischt heute.

Duschen und WC sind offen, 18 Euro Liegegeld.

60km Tagesetmal

23.05.21

Ableger um 8.25 Uhr und weiter in Richtung Schiffshebewerk Niederfinow. Das historische Wasserstraßendenkmal kommt gegen 10.30 Uhr in Sicht und wir legen uns an den Sportbootanleger. Nach kurzer Zeit dürfen wir einfahren und werden im trog abgesenkt. Das neue Hebewerk ist immer noch nicht eröffnet, das zieht sich seit Jahren. Gegen 11 Uhr können wir weiterfahren und passieren um 12.30 Uhr die Schleuse Hohensaaten WEST. Hier biegen wir in die Westoder ab und legen dann an der letzten Möglichkeit in Deutschland um 17 Uhr in Gartz an. Eine nette kleine Stadt, sehr beschaulich! Der Hafenmeister organisiert und über Kontakte eine Möglichkeit essen zu gehen. Hier erleben wir einen sehr schönen Biergarten und essen gut und satt.

Duschen und WC geschlossen, 12 Euro Liegegeld

85km Tagesetmal

24.05.21

Heute ist der große Tag…die große Unbekannte: POLEN! Wir dürfen wohl einreisen, dürfen wir auch wieder ausreisen (ohne Quarantäne?)? Auf jeden Fall stellen wir diesmal nicht wie üblich im AZS Stettin, sondern „rutschen“ in einem Zug durch.

Um 8.00 Uhr starten wir in Gartz, nachdem wir noch 20 Liter nachgetankt haben. Kurze Zeit später ist die Oder kein Grenzfluss mehr, sondern wir sind jetzt in Polen. Durch wunderschöne Natur fahren wir, bis wir gegen 10.15 Uhr Stettin durchfahren. Eine wunderschöne Stadt, fast mein zweites (oder drittes?) Zuhause. Hier hat die Jamboree viele Jahre gelegen, meine Eltern hatten hier am Dammschen See ihren Liegeplatz. Weiter gehts dann die Oder hoch und wir werden zufällig von einem internationalen Marinegeschwader begleitet. Es ist schon toll, wie wir auf dem AIS die Boote identifizieren können. Aus Belgien, Niederlande, Estland, Deutschland und Polen kommen die „Warships“. Wir verlassen dann die Oder und passieren das polnische Stettiner Haff und bergen dann an der Grenztonne schnell die polnische Gastlandflagge. jetzt kann uns niemand mehr nachweisen, woher wir kommen. Jedoch keinerlei Kontrollen, Grenzboote, Küstenwache etc. niemand interessiert sich für uns. Um 16.30 Uhr haben wir unseren Sommerliegeplatz in Mönkebude erreicht und vertäuen das Boot. hier ist noch fast alles leer, kaum Menschen an den wenigen Booten, wir haben den Strand für uns alleine.

Duschen und WC geöffnet

89 km Tagesetmal

Seit Berlin 234km

25.05.21

Wir machen mit der Bootswerft Hinze einen Termin aus, passen die Regenlücken ab und stellen den Mast. Zwischen den Schauern trimmen wir die Wanten, schlagen die Segel an und bereiten das Boot für die Saison vor

26.05.21

um 11.15 legen wir erstmals mit stehendem Mast ab und verlassen Mönkebude. Ein erster Testschlag auf dem Haff bei 5-6 Bft. und richtig „Wetter“. Es regnet richtig dolle und weht in Böen noch heftiger. Etwas Wasser im Boot, das kam aber aus der nicht leer gepumpten Toilette, wie sich später herausstellte. Es waren heute nur 6 kurze Testmeilen, aber wir sind jetzt schlauer. Das Wasser machte uns Sorgen, unbegründet, wie sich zeigte. Aber genau das war ja der Sinn, kleinere Schwachstellen herauszufinden. Ebenso zeigte sich, dass vom Frischwassertank der Revisionsdeckel nicht mehr dicht schließt. Auch hier läuft Wasser beim Betanken in den Motorraum. Auch das bekommen wir in den Griff. Endlich wieder gesegelt!

6 Seemeilen im Kielwasser

27.05.21

Nachdem der neu eingebaute Backofen uns zu ausgedehnten Frühstücken mit Aufbackbrötchen verleitet, legen wir um 12.15 Uhr in Mönkebude zu einem weiteren Schlag ab. Wir ballern über das Haff gen Osten, heute wollen wir mal ALTWARP kennenlernen. Jetzt bin ich schon im dritten Jahr hier oben und war da noch nie. Das sollte sich heute ändern. Nach einem Traumsegelschlag mit einigen Schauern und bis 6 Bft. segeln wir im Zickzack über das Haff, weichen Netzen aus, bringen das Boot in Gleitfahrt, kreuzen an den Wind um Regen auszuweichen etc. Glücklich und berauscht legen wir um 16.00 Uhr in Altwarp an, das ich bisher nur von der Landseite kannte. Wir machen einen Rundgang durch das hübsche und ursprüngliche Dorf und nehmen anschließend auf dem Restaurantschiff Kaffee und Kuchen zu uns. Was gehnts uns gut…dennoch…in NEUWARP gegenüber scheint die Sonne, es verlockt…kurze Beratung. Scheiss drauf, wir fahren da rüber. NEUWARP heißt eigentlich Nowe Warpno und ist schon polnisch…egal.

Ableger 18.00 Uhr Altwarp, vorsichtig über den flachen See nach Neuwarp getastet und Anleger um 18.25 Uhr in Neuwarp fest. Wunderschön hier! Wir machen einen ordentlichen Rundgang und anschließend bekommen wir im Clubbiergarten gutes polnisches Bier. Wir haben einen lustigen Abend und kommen mit polnischen Chartercrews ins Gespräch. Sehr empfehlenswert hier. Wir kommen wieder.

Keine Duschen (oder nicht gefunden), WC geöffnet

Liegegeld 7 Euro

11,5 Seemeilen im Kielwasser

28.05.21

Es gilt noch zu bemerken, dass die neue Dieselheizung Gold wert ist! Wir schlafen warm und ruhig.

Morgens dann beim Frühstück der Schock. Direkt hinter unserem Boot und der Deutschen Nationalen am Heck legt ein polnisches Polizeiboot an. Wir haben ein ungutes Gefühl, legen in Gedanken schon Ausreden zurecht…man grüßt uns sehr freundlich und holt sich einen Kaffee… PUH!!! Alles gut, niemand interessiert sich für uns.

Heute segeln in Verbindung mit Haffsightseeing. Um 11.40 Uhr legen wir ab in Richtung Kammnike, den Hafen kennen wir auch noch nicht. Ankunft um 13.30 Uhr nach knapp 9 Seemeilen. Sehr flach, für Sportboote eher weniger geeignet. Hier ist noch alles zu, man bereitet sich erst auf die Touris in der nächsten Woche vor. Ein kleiner Rundgang durch den Ort reicht bei einer unfassbaren Mückeninvasion. Hübsch hier, reicht aber. Weiter gehts um 15.00 Uhr und wir segeln in Richtung Westen. Am Eingang des Peenestroms bergen wir die Segel und motoren nach Usedom Stadt in den Usedomsee. Hier hat vor einiger Zeit eine moderne Marina eröffnet, die wir auch noch nicht kennen. Wir machen um 17.40 Uhr nach weiteren 6,3 Seemeilen fest. Ein Spaziergang durch die Stadt enttäuscht. Kaum Menschen zu sehen, alles geschlossen. Dafür entschädigt der Hafensnack. Ein Rentner betreibt diesen aus Spaß und wir essen das weltbeste Fischbrötchen. Große Empfehlung!

Die Marina ist modern, man kann telefonisch einen Code anfordern, über den dann Duschen und Strom freigeschaltet und abgerechnet werden.

Duschen und WC offen

Liegegeld 18 Euro

29.05.21

Heute wird einfach nur gesegelt! Bei 6 Bft. knallen wir übers Haff, nachdem wir um 12.50 Uhr (nach einem ausgiebigen Frühstück – ich wiederhole mich) in Usedom Stadt abgelegt haben. Eine kurze Motorrunde noch nach Karnin zum alten Brückenfagment (Wahrzeichen hier in der Gegend). Dort setzen wir die Segel und rauschen wieder gen Osten. Eine wilde Fahrt endet dann um 17.05 Uhr in Ueckermünde. Erst eine Runde durch die Lagunenstadt, schauen, ob meine alte Chillax hier noch liegt. Wir finden sie nicht und machen dann am Cityanleger fest, gönnen uns ein Backfischbrötchen und ein Eis auf dem Rathausplatz. Zufrieden legen wir um 18.30 Uhr wieder ab und segeln nach Mönkebude zurück. Morgen werden wir abgeholt. Anleger um 20.10 Uhr im beginnenden Sonnenuntergang. Was für ein unfassbar schöner Tag!

ca. 30 Seemeilen im Kielwasser

30.05.21

Uwe und Susanne kommen extra aus Bayern über Berlin zu uns. Sie holen uns ab, da wir ja kein Auto hier oben haben. Wir verbringen einen tollen Tag zusammen. Motoren später nach Ueckermünde, essen Fischbrötchen und Eis (was sonst?) und bei der Abfahrt geht im Ueckermünde Kanal der Motor aus. Er bekommt keinen Kraftstoff mehr. Wir wollen uns rausschleppen lassen, aber ein Segler ist dabei zu überfordert und wir treiben ins Schilf. Segeln ist hier gegen den Wind nicht möglich. Eine nette Truppe auf einem Motorboot zieht uns dann aufs Haff und hier können wir dann unter Segeln zurück nach Mönkebude fahren. Der Wind passt auch für die schmale Hafenanfahrt und wir legen unter Segeln an. Uwe uns Susanne bekommen Kiehl´s Adventure Tours geboten 🙂

Wir packen zügig alles zusammen und verlassen das Boot. Motorservice ist beauftragt.

 

FAZIT:

Eine sehr zufriedene Woche liegt hinter uns. Das Jahr könnte, trotz Corona Spätstart, noch ein gutes Jahr werden. Wir haben uns im Vorfeld so viele Gedanken gemacht, was darf man, was nicht? In Segelforen wurde diskutiert, wir haben die Überführung zweimal verschoben… Wir haben alles richtig gemacht.

 

 

Ein paar Impressionen:

Los gehts…

in Spandau bei Platzregen vor der Schleuse gewartet

Schleuse Spandau dann bei Sonne

gemütliche Tour

aber immer wieder „Wetter“

alleine weit und breit

Schiffshebewerk Niederfinow

Gartz an der oder

endlich wieder Biergarten

Gartz Kirche

Moin

ab nach Polen

Stettin

Haff erreicht

Welcome to Mönkebude

best place to be

Coburger Rostbratwürste von Uwe und Susanne im Sonnenuntergang von Mönkebude

Mast stellen bei der Bootswerft Hinze

endlich wieder ein Segelboot

kann man aushalten

wieder „Wetter“

immer abwechselnd Sonne und Regen…hier Sonne

Altwarp

Neuwarp

Hm…

Kamminke

keine weiteren Fragen bitte 🙂

Einfahrt in den Usedomer See

Usedom City Marina

Karnin

Ueckermünde

Mönke

Bordente

Uwe und Susanne hat es auch gefallen 🙂

 

Eine Antwort auf „Berlin – Mönkebude und eine Woche Segelurlaub“

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